Seit 2021 in der Planung, 2022 vom Rat beschlossen und seit dem verschwunden. Nun taucht die Northeimer Stadtmarketing GmbH wieder um Umfeld der Stadtpolitik auf. Der Ausschuss für Finanzen und Rechnungsprüfung soll über die Neugründung beraten.

Großer Aufwand

Es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass die Stadtmarketing-GmbH überhaupt wieder in die politische Diskussion aufgenommen wurde. Eine Agentur aus Lübeck hat rund 40.000 Euro dafür bekommen, einen Bedarf zu ermitteln. Akteure der Stadt wurden genauso gefragt wie die Bevölkerung. In dem Zusammenhang sollte auch eine Identität für Northeim gefunden werden. Die Akteure um Bürgermeister Simon Hartman waren „euphorisch“. Voran kam das Projekt aber nicht.

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Akteuren geht die Puste aus

Dabei hatte der Rat die Wichtigkeit eines neuen Stadtmarketings schon erkannt und Mitte 2022 grünes Licht gegeben. Ein Jahr später hieß es, dass eine Gründung der neuen GmbH frühestens Anfang 2024 möglich sei. Auch diese Frist ist mittlerweile verstrichen. Immerhin eine Sache hat sich mittlerweile geändert. Der bisherige Stadtmarketing-Verein hat eine neue Geschäftsführung. Auch, so war es aus dem Umfeld zu hören, weil der bisherigen Geschäftsführerin, Tanja Bittner, nach mehr als 18 Jahren die Puste ausging im Kampf für eine neue Stadtmarketing-Struktur. Sie selbst entschied für einen Luftwechsel in Richtung Göttingen. Anfand 2024 übernahm Michael Eilers, der wisse, dass er mit seiner Arbeit die Weichen für eine neue GmbH stellt. Wann die kommt und welche Rolle er dort spielt, wisse er aber nicht. 

Start der Gründung

Mit zwei Jahre „Verspätung“ soll nun der Gründungsprozess der GmbH initiiert werden. Vor dem Beschluss im Rat beraten die zuständigen Ausschüsse, den Anfang macht der sogenannte Finanzausschuss. Aus der Bezeichnung „Northeimer Marketing und Tourismus GmbH“ geht hervor, dass nach wie vor der Wunsch besteht, Marketing- und Tourismusverein zusammenzuführen. „Die Umsetzung einer zukunftsfähigen Neuorganisation des (Stadt-)Marketings der Stadt Northeim (…), erfordert eine gewissenhafte und detaillierte Vorbereitung des Gründungsprozesses“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Warten auf die Kommunalaufsicht

Neu geht aus der Vorlage an den Finanzausschuss hervor, dass nach dem Ratsbeschluss 2022 „ergänzend (…) eine externe Beratungsfirma mit der (rechtlichen) Prüfung und Vorbereitung der Struktur beauftragt“ wurde. Dabei sei das Konzept „konkretisiert“ worden. Wie es tatsächlich um die Neugründung steht, will eben diese Beratungsfirma – bbt – im Rahmen der Sitzung vorstellen. Auch geht aus dem Beschluss vor, dass die geplante Gründung der „Northeimer Marketing und Tourismus GmbH“ bisher nicht der Kommunalaufsicht gemeldet wurde. Das müsse aber geschehen, „bevor mit der Gründung fortgefahren werden kann“.

Das ist die GmbH

Mit dem ersten Entwurf des Gründungsvertrags wird die neue Stadtmarketing GmbH für Northeim erstmals konkret. Darin heißt es beispielsweise: „Öffentlicher Zweck der Gesellschaft ist die Förderung des Tourismus und der Wirtschaft in der Stadt Northeim, die Steigerung der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit der Stadt Northeim sowie die Bereitstellung öffentlichen Einrichtungen der Stadt Northeim.“ Und: Die Geschäftsführung wird vom Aufsichtsrat benannt.

Der Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft soll aus neun Mitgliedern bestehen. Laut Vorlage werde die Stadt Northeim sieben Personen als Mitglieder entsenden, der Stadtmarketing Northeim e.V. und der Northeim Touristik e.V. entsendet jeweils eine Person als Mitglied in den Aufsichtsrat. Außerdem soll es einen Beirat geben, der beratend tätig ist. „In den Beirat werden durch Beschluss des Aufsichtsrates fünf Personen berufen, davon zwei Personen auf Vorschlag des Städtemarketing Northeim e.V., zwei Personen auf Vorschlag des Northeim Touristik e.V. und eine Person auf Vorschlag der Stadt Northeim“, heißt es im Entwurf zum Gesellschaftsvertrag.

Und wie soll das funktionieren?

Die Frage bleibt zumindest bis zur Vorstellung durch die Berater offen. Ursprünglich war geplant, das Stadtmarketing mit mehreren Unterabteilungen in Kernkompetenzen zu unterteilen. Inwiefern diese Idee noch bestand hat und wie das aktive Geschäft der GmbH nach der Geschäftsführung personell aufgestellt werden soll, geht aus Vorlage und Vertrag nicht hervor. Die Unterlagen lassen sich im Ratsinformationssystem der Stadt Northeim einsehen. 

Schon wieder Beraterkosten?

Die Stadt hat sich steuerlich und anwaltlich für die Gründung beraten lassen. Hinzu kommen Kosten für die Beurkundung des Gesellschaftsvertrages, die Anmeldung der Gesellschaft sowie die Eintragung im Handelsregister. Die Kosten bis zur Höhe von insgesamt 2.500 Euro „werden durch die Gesellschaft getragen“, heißt es in der Vorlage. Durch die Stadt Northeim ist bei Gründung eine Stammkapitaleinlage von 25.000 Euro zu erbringen. Für die Vorbereitung des Gründungsprozesses und die Vorbereitung rechtlicher Grundlagen fallen außerdem Kosten für die externe Beratung in Höhe von rund 30.000 Euro an. Der ursprüngliche Entwurf für eine mögliche GmbH über die Agentur CIMA hatte 40.000 Euro gekostet.

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