Die Fahrschul-Challenge in Northeim

Während meiner Fahrprüfung vor etwa 11 Jahren fragte mich der Prüfer, als ich einen Berg hochgefahren bin, wie man denn das Auto leiser machen könnte. Ich wusste keine Antwort und auch mein Fahrlehrer schaute etwas verlegen aus dem Fenster. Die Frage ließ mich grübeln, eine Antwort fand ich nicht – sie war mir zu weit weg von dem, was hier eigentlich gerade passiert.

Damals habe ich meine Fahrprüfung bestanden. 11 Jahre, in denen sich die Straßenregeln und mein fahrerisches Können entwickelt haben. Würde ich heute die Prüfung noch einmal bestehen? Lets find out.

Es sind diese kleinen Fragen, die Fahrschüler verunsichern sollen. Ein Test, um zu schauen, mit wie viel Verständnis der zukünftige Autofahrer an sein Werk geht. Auch heute stellen Fahrprüfer gerne noch solche Fragen, sagt Lehrer Tobias Behnke. Er ist sein mehr als 13 Jahren Fahrlehrer, hat vor 10 Jahren die Fahrschule Köhler übernommen – und schaut jetzt, ob ich es immer noch drauf habe. Die Antwort: fast.

Ich möchte vor allem herausfinden, was sich in den vergangenen 11 Jahren getan hat auf den Straßen. Denn sind wir mal ehrlich: wir bestehen die Prüfung und fahren dann einfach. Neue Regeln lesen wir höchstens in der Zeitung.

Und tatsächlich hat sich gar nicht so viel getan, sagt mir Tobias Behnke. Ampeln sind immer mehr Kreiseln gewichen. Die meisten neuen Schilder, die seit meiner Fahrschulzeit hinzugekommen sind, sind Service-Schilder. Hinweise auf Elektrotankstellen zu Beispiel. Und auf den Straßen ist noch weniger Platz. Am Grundprinzip hat sich allerdings nichts geändert.

Die Ausbildung allerdings hat sich deutlich gewandelt. Nicht nur zahlen Fahrschüler mehr als früher – mein Vater erzählt gerne die Geschichte vom Führerschein für 100 Mark – sondern sie lernen auch intensiver. Und hatten gleichzeitig noch nie so viele Lernmöglichkeiten.

Auf die Theorieprüfung wird sich inzwischen mit Tablet, Smartphone und Apps vorbereitet. Für die praktische Prüfung gibt es eine Plattform mit Videos markanter Stellen – und zwar aus dem Ort, in dem die Schüler fahren.

Genau: Es gibt eine Videodatenbank mit Northeimer Straßen und ihren besonderen Merkmalen. Rechts vor links in Sudheim, die Einbahnstraße am Sultmer, die mittendrin zur normalen Straße wird und der eine grüne Pfeil aus Richtung Langeholtensen. Alle Strecken wurden abgefahren und in Videos gegossen.

Das ist ziemlich beeindruckend und unter  www.fahren-lernen.de zu finden. Die Videos sind zudem mit Tipps und Hinweisen versehen.

 

Das schöne: die meisten Fahrschulen haben Zugriff auf diese Videos, sodass die Schüler sich hier intensiv auf ihre Fahrten vorbereiten können.

Wenn ihr das hier lest und gerade euren Führerschein macht, nehme ich euch gerne mit 11 Jahre zurück.

Ich war begeistert von der Vorstellung, Auto fahren zu können. Und hatte Angst und Zweifel, denn so richtig einfach war es nicht. Ich habe dieses komische Gaspedal nicht verstanden, die Kupplung war nicht mein Freund und dann sollte ich auch noch einen Blick auf den Verkehr haben.

Aber seid beruhigt: irgendwann funktioniert es. Es ist wie Fahrradfahren und der Körper gewöhnt sich an die Automatismen. Es macht klick, und Du kannst es.

Richtig Autofahren, selbstbewusst Autofahren lernst Du sowieso erst, wenn du den Schein hast und deine ersten 1000 Kilometer alleine unterwegs bist. Du bekommst ein Gefühl für das Auto und die Straße, für den Verkehr und die anderen Leute, die es auch irgendwie schaffen.

Das ist es auch, was dir dein Fahrlehrer beibringen wird.

Die Antwort auf die Frage meines Prüfers, wie ich das Auto leise bekomme, ist übrigens ziemlich simpel. Ich hätte einfach einen Gang hochschalten sollen. Aber darauf muss man erstmal kommen… (heute fahre ich Automatik. Pfff)

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