Beim zehnten Sommerempfang der südniedersächsischen Wirtschaft kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Wissenschaft, Politik und Verwaltung in Northeim zusammen. Im Autohaus Hermann ging es an diesem Abend um zehn Jahre Zusammenarbeit, um die wirtschaftliche Zukunft der Region und um eine Frage, die weit über einen Empfang hinausreicht: Wie gelingt es Südniedersachsen, seine eigenen Stärken gemeinsam zu nutzen?

Ein Sommerabend zwischen Autos und großen Fragen

Wo an gewöhnlichen Tagen über Motoren, Ausstattung und Lieferzeiten gesprochen wird, geht es an diesem Abend um etwas, das sich deutlich schwerer bestellen lässt: Zuversicht.

Das Autohaus Hermann in Northeim ist zum Treffpunkt der südniedersächsischen Wirtschaft geworden. Menschen aus Unternehmen und Kommunen stehen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Verbänden und Politik zusammen. Gespräche beginnen, Gruppen bilden sich, Visitenkarten wechseln die Besitzer. Vieles davon gehört zu einem solchen Empfang wie das Glas in der Hand und die kurze Suche nach einem bekannten Gesicht im Raum.

Doch dieser Sommerempfang ist ein besonderer. Zum zehnten Mal haben die Göttinger Geschäftsstelle der IHK Hannover, der Arbeitgeberverband Mitte sowie die Kreishandwerkerschaften Südniedersachsen, Northeim-Einbeck und Osterode eingeladen. Unterstützt werden sie vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft, der Wirtschaftsregion Südniedersachsen und dem Verband der Metallindustriellen Niedersachsens, Bezirksgruppe Süd. Und für dieses Jubiläum ist die Runde nach Northeim gekommen. Für einen Abend wird Northeim zum Treffpunkt einer Region, die wirtschaftlich eng miteinander verbunden ist und sich dennoch immer wieder darüber verständigen muss, wohin sie gemeinsam will.

„Hightech und Heimat“

Marie-Luise Keilholz übernimmt als neue Präsidentin des Arbeitgeberverbandes Mitte die Aufgabe, diesen Blick nach vorn zu formulieren. Sie spricht über ein Südniedersachsen, das nach außen häufig weniger selbstbewusst wahrgenommen wird, als es seine wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Möglichkeiten eigentlich nahelegen. „Südniedersachsen vereint Hightech und Heimat auf besondere Weise: exzellente Wissenschaft, innovative Unternehmen und hohe Lebensqualität“, sagt Keilholz. Das gemeinsame Standortmarketing der Südniedersachsenstiftung unter dem Claim „Wissen zu Leben“ solle helfen, genau diese Stärken über die Region hinaus sichtbar zu machen.

Entscheidend ist für sie allerdings ein anderer Satz: „Das gelingt nur gemeinsam.“ Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Hochschulen seien gefragt, diesen Aufbruch zu unterstützen und selbst zu Botschaftern der Region zu werden.

Darin steckt eine Aufgabe, die komplizierter ist, als sie zunächst klingt. Eine Region ist schließlich kein Unternehmen mit einer Geschäftsführung, die am Montagmorgen eine neue Strategie ausrufen kann. Südniedersachsen besteht aus Städten und Dörfern, Hochschulen und Handwerksbetrieben, großen Arbeitgebern und kleinen Unternehmen, aus Menschen, die hier seit Jahrzehnten arbeiten, und jenen, die erst davon überzeugt werden müssen, hier ihre Zukunft zu suchen.

Wirtschaft wird auch vor Ort entschieden

Michael Zimbal kennt an diesem Abend beide Seiten. Er ist Vizepräsident der IHK und Geschäftsführer des Autohauses Hermann, also zugleich Vertreter der Wirtschaft und Gastgeber an jenem Ort, an dem die Gespräche stattfinden.

Sein Blick richtet sich auf den 13. September und damit auf die Kommunalwahl. Zimbal bezeichnet sie als „Richtungsentscheidung für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region“. Viele Rahmenbedingungen, die Unternehmen unmittelbar betreffen, würden vor Ort gestaltet. Dazu gehören Gewerbeflächen, Genehmigungsverfahren und Infrastruktur.

Sein Appell richtet sich deshalb an die Bürgerinnen und Bürger: Sie sollten ihr Wahlrecht nutzen und die Zukunft Südniedersachsens mitgestalten. Die Frage, ob ein Unternehmen investieren kann, ob Beschäftigte ihren Arbeitsplatz gut erreichen oder ob ein Betrieb auf eine Genehmigung wartet, entscheidet sich häufig nicht in Berlin oder Brüssel. Sie landet irgendwann auf einem Schreibtisch vor Ort.

Eine Auszeichnung für die Brücke zwischen Schule und Wirtschaft

Im Mittelpunkt des Abends steht schließlich ein Mann, dessen Arbeit an einer anderen Stelle ansetzt. Ulrich Herfurth erhält den Initiativpreis der Litfin-Stiftung. Prof. Gerd Litfin überreicht die Auszeichnung für Herfurths langjähriges Engagement und insbesondere für das von ihm initiierte Bildungsprogramm Business4school.

Das Programm bringt Schülerinnen und Schüler früh mit wirtschaftlichen Zusammenhängen, unternehmerischem Denken und beruflichen Möglichkeiten in der Region in Kontakt. Junge Menschen erhalten Einblicke in Unternehmen und Unterstützung bei ihrer Berufs- und Studienorientierung. Gleichzeitig begegnen Unternehmen jenen Menschen, die einige Jahre später vielleicht ihre Auszubildenden, Fachkräfte oder Gründer sein werden.

Ulrich Herfurth, Susanne und Prof. Gerd Litfin

Es ist eine Verbindung, deren Bedeutung in Zeiten des Fachkräftemangels gewachsen ist. Denn Unternehmen können lange über fehlenden Nachwuchs sprechen. Schwieriger ist die Frage, wie junge Menschen überhaupt erfahren sollen, welche Möglichkeiten wenige Kilometer von ihrem eigenen Zuhause entfernt auf sie warten. Business4school versucht genau dort eine Brücke zu bauen.

Mit der Auszeichnung würdigt die Litfin-Stiftung deshalb mehr als das persönliche Engagement Herfurths. Der Preis stellt auch eine Idee in den Mittelpunkt, die für die wirtschaftliche Zukunft Südniedersachsens entscheidend werden kann: Junge Menschen müssen eine Region kennenlernen können, bevor sie sich bewusst für oder gegen sie entscheiden.

Zehn Jahre und die Frage nach dem nächsten Schritt

Der Sommerempfang blickt an diesem Abend auf zehn Jahre zurück. Das Jubiläum bietet den Anlass dafür, doch lange hält sich der Blick nicht in der Vergangenheit auf. Zu deutlich sind die Aufgaben, die vor Unternehmen, Kommunen und Institutionen liegen.

Fachkräfte fehlen. Infrastruktur muss erhalten und weiterentwickelt werden. Unternehmen brauchen Flächen und verlässliche Rahmenbedingungen. Junge Menschen müssen Perspektiven erkennen können. Gleichzeitig konkurriert Südniedersachsen mit anderen Regionen um Investitionen, Beschäftigte und Aufmerksamkeit. Dagegen hilft kein einzelner Empfang.

An diesem Sommerabend geschieht das in Northeim, zwischen Gesprächen über Unternehmen, Kommunen, Schulen und die Zukunft einer ganzen Region. Das Autohaus wird irgendwann wieder Autohaus sein, die Gäste werden nach Hause fahren und die Gläser verschwinden. Die Frage des Abends bleibt: Was macht eine Region aus ihren Möglichkeiten, wenn die Menschen darin beginnen, sie als gemeinsame Möglichkeiten zu verstehen?

Dieser Text wurde durch KI optimiert.

Fotoquelle: Stephan Beuermann Trapezfilm

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