Der erste After Work: Job Talk hat den Münsterplatz für einen Abend zu einem Ort gemacht, an dem berufliche Perspektiven und Begegnungen ganz selbstverständlich zusammenfanden. Was entstand, war weit mehr als eine klassische Jobbörse. Mit dem Auftakt nimmt die NOM WMT aber auch Hausaufgaben mit.
Ein Gespräch zwischen zwei Wegen
Eigentlich wollte sie nur kurz über den Münsterplatz gehen. Ein Blick auf die Stände, vielleicht noch ein Getränk zum Feierabend. Wenige Minuten später steht sie vor einem Unternehmensvertreter, spricht über ihre Ausbildung, stellt Fragen zu einem Beruf, den sie bis vor kurzem kaum kannte, und hört aufmerksam zu. Daneben erklärt ein Handwerksmeister mit sichtbarer Begeisterung seinen Arbeitsalltag. Ein paar Meter weiter tauschen zwei Unternehmer Erfahrungen aus, obwohl sie ihre Betriebe seit Jahren nur aus der Ferne kennen. Es sind Szenen, die unscheinbar wirken. Gerade deshalb erzählen sie viel über diesen Abend.
Mit dem ersten After Work: Job Talk ist es der Northeimer Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Marketing gelungen, Berufsorientierung aus den klassischen Messehallen heraus auf den Münsterplatz zu holen und dort mit einer entspannten Feierabendatmosphäre zu verbinden. Rund 20 Unternehmen aus der Region präsentierten sich bei der Premiere. Hunderte Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen, Fragen zu stellen und Unternehmen kennenzulernen, die oft näher liegen, als viele vermuten.
Wenn Nähe sichtbar wird
Wer durch die Reihen der Unternehmen ging, begegnete keinem starren Ablauf. Es gab keine Schwelle, die erst überwunden werden musste. Stattdessen entwickelten sich Gespräche fast beiläufig. Über Ausbildungsplätze. Über Quereinstiege. Über Berufe, die viele täglich sehen und doch kaum kennen. „Bei den vielen Unternehmensbesuchen der NOM WMT haben wir gelernt, dass die Gewinnung von Fachkräften und Auszubildenden zu den größten Herausforderungen der Northeimer Betriebe gehört“, sagt Wirtschaftsförderin Hanna May. „Mit dem After Work: Job Talk möchten wir Unternehmen eine weitere Plattform bieten, sich als Arbeitgeber zu präsentieren und für zukünftige Mitarbeitende und Auszubildende sichtbar zu werden.“
Der Branchenmix spiegelte einen großen Teil der regionalen Wirtschaft wider. Handwerksbetriebe standen neben Industrieunternehmen, Pflegeeinrichtungen neben Dienstleistern und sozialen Trägern. Manche Besucher kamen mit einer konkreten Vorstellung. Andere blieben aus Neugier stehen und entdeckten Berufe, an die sie bislang nie gedacht hatten.
Aus einigen Gesprächen entwickelten sich bereits erste Kennenlerngespräche mit beinahe klassischem Bewerbungsgesprächscharakter. Ohne Termin. Ohne Bewerbungsmappen unter dem Arm. Einfach aus einem ehrlichen Austausch heraus.
Mehr als eine Jobbörse
Der Münsterplatz fühlte sich an diesem Abend nicht wie eine Messe an. Musik lag in der Luft. Die Außengastronomie war gut besucht. Menschen blieben nach den Gesprächen sitzen, begegneten Bekannten oder lernten neue Gesichter kennen.
Wer aufmerksam hinsah, bemerkte schnell, dass viele Gäste gar nicht mit der Absicht gekommen waren, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Sie wollten wissen, welche Unternehmen in Northeim arbeiten, was hinter bekannten Firmennamen steckt oder welche Chancen sich direkt vor der eigenen Haustür eröffnen. Aus beruflicher Orientierung wurde ein Gespräch über den eigenen Lebensweg. Aus einer Veranstaltung wurde ein Treffpunkt.
Der Abend machte deutlich, dass Menschen nicht immer sofort nach einem neuen Job suchen. Oft suchen sie Orientierung, Möglichkeiten und das gute Gefühl, eine Entscheidung ohne Zeitdruck treffen zu können.
Die Innenstadt als Ort der Begegnung
Diese Idee reicht weit über den Job Talk hinaus. Innenstädte stehen vielerorts vor der Frage, welche Rolle sie künftig spielen sollen. Einkaufen allein reicht oft nicht mehr aus, um Menschen dauerhaft anzuziehen. Gefragt sind Orte, an denen Begegnungen entstehen und an denen es einen Anlass gibt, gemeinsam Zeit zu verbringen.
„Unser Ziel ist es, die Menschen davon zu überzeugen, dass in der Northeimer Innenstadt immer etwas los sein kann. Gleichzeitig möchten wir Veranstaltungen schaffen, die einen echten Mehrwert bieten und Menschen miteinander verbinden. Der Job Talk hat gezeigt, dass dieses Konzept funktioniert“, sagt City- und Eventmanager Michael Böhnert. Eine lebendige Innenstadt entsteht nicht allein durch Geschäfte oder Veranstaltungen. Sie entsteht dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Zeit miteinander verbringen und ihre Stadt gemeinsam erleben.
Ein Platz, der weitererzählt
Der erste After Work: Job Talk war zugleich der Auftakt für eine Veranstaltungsreihe, mit der die NOM WMT gesellschaftliche Themen, Wirtschaft und Freizeit bewusst miteinander verbinden möchte. Die Idee dahinter bleibt dieselbe: Menschen sollen sich begegnen, ins Gespräch kommen und ihre Stadt als gemeinsamen Lebensraum erleben.
Gelegenheiten dafür gibt es in den kommenden Wochen gleich mehrere. Am 11. und 12. September verwandelt sich der Münsterplatz gemeinsam mit der Neuen Schauburg in ein Open-Air-Kino. Eine Woche später zieht der Bauern- und Klostermarkt durch die Innenstadt. Am 27. September folgt mit dem Northeimer Stadtlauf und dem Wieter-Trail-Run ein weiterer Tag, an dem mehr als 1.000 Kinder, Jugendliche und Freizeitsportler gemeinsam unterwegs sein werden.
Dieser Text wurde durch KI optimiert.



