Wer unterstützt welchen Bürgermeister-Kandidaten?

Wusstest Du, dass am Sonntag Northeims neuer Bürgermeister gewählt wird? Haha. Nein, ernsthaft. Aber weißt Du, wen Du wählst? Und wer dahintersteht?

Unterstützung bekommen die Kandidaten nämlich aus unterschiedlichen politischen Richtungen. Oder wusstest Du, wen die AfD unterstützt? Oder Die PARTEI? Ein Überblick.

Die Unterstützer

Jörg Dodenhöft ist der einzige Kandidat, der offiziell ohne Parteimandat auf der Liste steht. Selbst ist er allerdings Mitglied der CDU – und die ist auch sein größter Unterstützer. Die Fraktionsvorsitzende Reta Fromme: „Das, was Jörg Dodenhöft besonders in den letzten Jahren für die Stadt Northeim geleistet hat, wurde parteiübergreifend anerkannt. Wenn er Bürgermeister wird, müssen wir nicht hoffen, dass er es kann, sondern wir wissen es!“

Gleichzeitig haben die Vertreter von Bündnis90/Die Grünen aus Northeim Dodenhöft ihre Unterstützung zugesagt.  „Wir halten Jörg Dodenhöft für den geeigneten Kandidaten, er kann langjährige Verwaltungs- und Führungserfahrung vorweisen und hat in den zahlreichen Vakanzen bewiesen, dass er die richtige Person an dieser Stelle ist“, heißt es dazu von den Grünen.

Beide Fraktionen begleitet den aktuellen Kämmerer und Übergangs-Verwaltungschef der Stadt Northeim auch aktiv im Wahlkampf.

Ihr Vertrauen gegenüber Jörg Dodenhöft hat auch die Northeimer AfD ausgesprochen.

Simon Hartmann tritt offiziell als SPD-Kandidat an. Klar also, das die Sozialdemokraten ihn voll unterstützen.

“Die SPD-Ratsfraktion unterstützt den SPD-Bürgermeisterkandidaten Simon Hartmann in seinen Vorhaben für die positive Weiterentwicklung der Stadt Northeim”, heißt es in einer der jüngeren SPD-Nachrichten vor der Stichwahl.

Auch die LINKEN in Northeim stehen hinter Hartman.”(Simon) Hartmann wurde schon im ersten Wahlgang auf der Grundlage seiner Vorhaben und deren Vereinbarkeit mit den Positionen der LINKEN vom Ortsverband unterstützt. Mit der erneuten Wahlempfehlung positioniert sich der Ortsverband klar gegen den von der AFD und anderen unterstützten Kandidaten Dodenhöft”, heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Die, die wackeln

Wankelmütig bisher ist die FDP im Kreis. Zunächst neutral, preschte Eckhard Ilsemann jüngst Dodenhöft zur Seite. In einer Stellungnahme heißt es. “Der neue Bürgermeister muss auch mit dem Stadtrat in seiner jetzigen Zusammensetzung als Kontrollorgan klarkommen.” Die Empfehlung: “Nur einer der beiden Bewerber um das Amt des Northeimer Bürgermeisters erfüllt diese hohen Anforderungen. Und das ist aus meiner Sicht eindeutig der amtierende Leiter der Stadtverwaltung, Jörg Dodenhöft.”




Die Neutralen

Einzig die FUL hielt sich bisher mit einer Empfehlung zurück. Auch wenie Tage vor der Stichwahl bestätigt Gruppensprecher Armin Töpperwin auf Nachfrage, dass man sich auf die Zusammenarbeit mit jedem Bürgermeister freue.

Auch bei Die PARTEI haben wir nachgefragt – mit einem Augenzwinkern. “Wir empfehlen abwechselnd mit “Ja” oder “Nein” zu stimmen. Alternativ kann man auch mit “Nein” beginnen und dann mit “Ja” stimmen“, heißt es aus der Parteizentrale. Gern hätte die PARTEI einen eigenen Kandidaten aus den eigenen Reihen gestellt, scheiterte aber am Mindestalter.  “Wir sind uns sehr sicher, dass nur WIR Northeim retten können und uns deswegen solche bürokratischen Hürden in den Weg gestellt wurden! Seriösen Populismus und seriöse Bürgermeister gibt es nämlich nur mit uns!”

Geh Wählen. Ernsthaft.

Kommentar von Christian Vogelbein

Lass Dir von den Politikern nichts erzählen. Du bist nicht Schuld an der schlechten Wahlbeteiligung. Nicht erst die vergangenen Tage haben gezeigt, wie aufgewühlt die Northeimer beim Thema Bürgermeister geworden sind. Schuld ist eine gesellschaftliche Entwicklung, die eine konstruktive Diskussionskultur nicht fördert. Aus einem Meinungsaustausch wird immer mehr ein Klassenkampf. Niemand ist bereit, ein Stück nachzugeben – aus Angst, seine Position zu verlassen. Das haben vor allem die Politik – ja, auch in Northeim – schon seit langer Zeit bewusst oder unbewusst so vorgelebt. Da kommt die Wahl am Sonntag doch genau richtig. Sie ist frei, gleich und direkt. Niemand wird wissen, was und wen Du wählst. Nur: das Du wählst. Das kannst Du jedem erzählen. Und es gibt schlechtere Dinge, die Du tun kannst, um die Welt ein Stück besser zu machen. Und Northeim. Ich würde es Dir danken – und 30.000 andere auch.

Foto: Fotomontage/Northeim-jetzt

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