Die täglichen Corona-Zahlen wird der Landkreis Northeim auch in Zukunft nicht für einzelne Städte und Gemeinden aufschlüsseln. Genau vier Monate nach dem ersten bestätigten Fall im Landkreis gibt es nun aber zumindest einen ersten statistischen Überblick. Der typische Corona-Infizierte im Kreis Northeim ist demnach eine Frau im Alter von 31 bis 60 Jahren und kommt wahrscheinlich aus der Kernstadt Northeim.

Die Entwicklung

Seit Ausbruch der Pandemie und dem ersten Fall im Landkreis Northeim hat das Gesundheitsamt bis zum 10. Juli 150 Fälle im Kreisgebiet gezählt. 134 von ihnen sind mittlerweile wieder gesund, sechs sind verstorben. Spannend ist dabei, wie gezählt wird – und wann. Zuständig für die Testeinrichtungen war vor allem in der Anfangszeit die Kassenärztliche Vereinigung in Niedersachsen. Im Mai habe ich dort einmal nachgefragt, wie das eigentlich so abläuft mit den Tests. 

Erstmals lässt das Kreishaus nun einen tieferen Blick in die Zahlen zu und spricht auch darüber, wie viele Menschen in den einzelnen Städten und Gemeinden betroffen waren. „Allerdings bleibt es dabei, dass diese Zahlen nicht zusammen mit den Neuinfektionen gemeldet werden, also keine Rückschlüsse auf die Personen gezogen werden können“, heißt es auf die Frage, ob die regionalen Zahlen nun ebenfalls täglich veröffentlicht werden. Immerhin wolle man die regionalen Zahlen fortan in einer monatlichen Übersicht veröffentlichen.

Die Statistik

52 Prozent der bisher infizierten Menschen aus dem Kreisgebiet sind weiblich, 48 Prozent männlich. 26,7 Prozent der Infizierten sind 60 Jahre oder älter, 27,3 Prozent sind unter 30 Jahre und 46 Prozent sind zwischen 31 und 60 Jahre alt. Zumindest im Landkreis Northeim sind damit nicht ausschließlich ältere Menschen betroffen.

Auf die Gemeinden verteilen sich die Infektionen wie folgt: Bad Gandersheim 24 Infektionen, 2 Todesfälle; Bodenfelde 1 Infektion; Dassel 5 Infektionen; Einbeck 19 Infektionen; Hardegsen 12 Infektionen; Kalefeld 17 Infektionen; Katlenburg-Lindau 3 Infektionen; Moringen 3 Infektionen; Nörten-Hardenberg 8 Infektionen, 1 Todesfall; Northeim 53 Infektionen, 3 Todesfälle; Uslar 5 Infektionen

Die aktuelle Entwicklung pro 100.000 Einwohner liegt der Landkreis Northeim mit rund 112 Fällen landesweit im Mittelfeld. Eine vergleichbare Entwicklung findet sich zum Beispiel in den Landkreisen Oldenburg (112), Stade (111) oder Celle (122). „Bisher kommt der Landkreis Northeim positiver durch die Krise, als zunächst befürchtet wurde“, heißt es dazu aus dem Kreishaus.

Das Zahlenspiel

Problematisch ist allerdings nach wie vor die Zählung der Verstorbenen im Landkreis Northeim. In einem Fall wurde die Infektion mit dem Coronavirus erst nach dem Tod der betreffenden Person bemerkt. Zudem ist nicht relevant, ob die Person nur mit oder auch wegen der Infektion gestorben ist. Auch deshalb führt zum Beispiel das Land Niedersachsen in seiner Statistik für den Landkreis Northeim nur fünf Corona-Tote, das Kreishaus meldet aber sechs..

„Wir führen in unserer Statistik einen Todesfall, bei dem es zu Lebzeiten negative Corona-Abstriche gab“, heißt es dazu aus dem Kreishaus. „In den uns dazu vorliegenden Unterlagen (Arztbrief, Totenschein) ist allerdings COVID-19 als Todesursache genannt.“ Dies habe man dem Niedersächsische Landesgesundheitsamt so auch gemeldet. „Das NLGA ist darüber informiert, führt den Todesfall aber nicht auf.“ Dort bleibt eine Anfrage seit zwei Wochen bisher unbeantwortet.

Grafiken: Landkreis Northeim

 

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