Northeimer finden 100 Jahre alte Grabplatten im Garten

Schatzsuche im gepachteten Garten. Seit etwas mehr als zwei Jahren nutzen André und Sabrina Ellieroth ein Gartenstück unterhalb des Wieters. Als sie nun eine alte Gartenhütte abrissen, staunten sie nicht schlecht. Als Fundament fanden sie Grabplatten, mehr als 100 Jahre alt und teilweise komplett erhalten.  Gemeinsam mit dem Northeimer Historiker und Stadtrat Hans Harer beginnt nun die Spurensuche. 

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Wer ist der Senator?

Sechs Platten sind komplett intakt, weitere sind erst bei der Bergung zerbrochen. Die Inschriften datieren die Todeszeiten auf die Zeit um 1905 – also vor mehr als 105 Jahren. Darunter ein Senator, den es in Northeim nicht gegeben hat. Und ein Kind, das nicht älter wurde als ein Jahr. Die Grabplatten sind dünn und glänzend und durch die lange Zeit in der Erde kaum angegriffen. Wie sie einst genutzt wurden, kann Harer auf die Schnelle noch nicht sagen. Weder Halterungen noch Klebereste sind zu erkennen. Sie könnten so zu Beispiel an einer Wand gehangen oder auf einem Familiengrab gelegen haben.

Wer ist der Senator? Auf der Grabplatte finden sich Namen, Titel und Jahreszeiten aus längst vergessenen Tagen.

Familie Ellieroth fand die Platten eher durch Zufall. Vor zwei Jahren haben sie das Gartenstück unterhalb des Wieters und mit Blicknähe zum Northeimer Friedhof von der Stadt übernommen und in ein kleines Kinderspiel-Paradies verwandelt. Bei den Gärtnerarbeiten fanden sie immer wieder kleine und große Schätze. Nun also diese Grabplatten.

Historiker ermittelt

Erste Recherchen von Hans Harer lassen vermuten, dass die Verstorbenen nicht aus Northeim kamen. Wie die Platten also ihren Weg in die Rhumestadt und den Garten von Famlie Ellieroth fanden, bleibt ein 100 Jahre altes Geheimnis. Dem will Harer jetzt auf den Grund gehen.

Aktuell erforscht der Northeimer Todesfälle rund um die Spanische Grippe, die in diesem Fall aber zeitlich nicht zu den Grabplatten passt. Woher die Platten tatsächlich stammen, will er nun über Namensregister herausfinden. Helfen könnte ihm dabei der im Jahr 1900 verstorbene „Senator Heinrich Klaudius“. Denn einen Senator, so Harter, hat es in Northeim nicht gegeben. Fortsetzung folgt.

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