Northeim: Landkreis soll Notarzt-Versorgung selbst übernehmen

Der Landkreis Northeim will sich ab 2020 selbst um die notärztliche Versorgung kümmern. Das zumindest ist der Vorschlag von Landrätin Astrid Klinkert-Kittel an den Kreistag. Aktuell kümmern sich um die Versorgung im Kreisgebiet die Krankenhäuser in Bad Gandersheim, Einbeck und Northeim. Dieser Auftrag aber endet am 31. Dezember 2019 – und soll nicht erneuert werden.

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Not am Arzt

Jährlich werden etwa 4.500 Notarzteinsätze im Kreisgebiet gefahren. Allein in Uslar bestellt der Landkreis in Abwesenheit eines Krankenhaus den Notarzt. Dies soll nun aber auch an Stadtorten mit eigenem Krankenhaus – Einbeck, Northeim und Bad Gandersheim – geschehen.

Da die Übertragung der notärztlichen Versorgung an die externen Partner zum 31. Dezember 2019 endet und nicht ohne weiteres verlängert werden kann, hat sich der Landkreis mit möglichen Alternativen auseinander gesetzt. Herausgekommen sei nun ein Konzept, dass dem Kreistag am 22. März zur Beschlussfassung vorliegen wird.

Nach dem Konzept der Kreisverwaltung soll die notärztliche Versorgung im gesamten Kreisgebiet mit Beginn des kommenden Jahres kommunalisiert werden. Das bedeutet, dass der Landkreis nach dem Uslarer Vorbild eigenständig für die Notärzte verantwortlich sein soll. Dazu sollen bis zu acht Ärztinnen und Ärzte fest angestellt und weitere zehn Stellen über einen ausgewählten Pool an Honorarärzten besetzt werden.

Weniger Ärzte

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel rechnet genau vor: „Durch die Kommunalisierung würde sich die Anzahl der einzusetzenden Notärzte von derzeit etwa 80 auf 20 reduzieren. Damit kann im Personalauswahlverfahren neben der fachlichen Eignung auch besonderer Wert auf Teamfähigkeit, Erfahrung und Kommunikation gelegt werden, was die Qualität der Patientenversorgung auf einem hohen Niveau gewährleisten kann.“

Wollen die notörztliche Versorgung im Landkreis Northeim neu ordnen: (von links) Matthias Walbrecht, Astrid-Klinkert Kittel, Dr. Bodo Lenkewitz und Jörg Richert.

Dr. Bodo Lenkewitz hat viele Jahre Erfahrung als Notarzt und ist gleichzeitig „Ärztlicher Leiter Rettungsdienst“ beim Landkreis Northeim. Das neue Versorgungskonzept ist in enger Abstimmung mit ihm entstanden. „Die fachlichen Anforderungen an die Notärzte sind in den letzten Jahren massiv gestiegen, gleiches gilt für die Arbeitsbelastung. Ich bin davon überzeugt, dass der Landkreis Northeim als Arbeitgeber oder Auftraggeber so attraktiv ist, dass die Stellen problemlos und langfristig zu besetzen sind“, sagt Dr. Lenkewitz.

Für Jörg Richert, Erster Kreisrat und Leiter des Dezernats „Sicherheit und Ordnung“, spielt vor allem der direkte Kontakt zu dem dann überschaubarerem Team von Notärzten eine entscheidende Rolle: „Ein Team, bei dem die Personalfluktuation gering ist, kann sich besser weiterentwickeln. So wären wir zum Beispiel in der Lage, mögliche Defizite schnell zu erkennen und die Ärztinnen und Ärzte stets auf gleichem Level fortzubilden.

Über das Konzept und dessen Umsetzung wird der Kreistag voraussichtlich in seiner Sitzung am 22. März 2019 entscheiden.

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