Was denken eigentlich die Northeimer über ihr Northeim? Eine Umfrage kommt nun zu einem eindeutigen Ergebnis. Die Lübecker Agentur CIMA hatte diese im Auftrag des Stadtmarketings, der Stadt und des Tourismus-Vereins durchgeführt. 800 Northeimer gaben ihr Votum ab. Das Ergebnis soll dabei helfen, der Stadt ein neues Image zu verpassen.

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Der Northeimer und sein Northeim

Gemeinsam mit der Agentur CIMA wollen Stadt, Stadtmarketing und Northeim Touristik bis Jahresende ihre Strukturen in den Bereichen Marketing und Tourismus neu aufstellen. In einem ersten Schritt wurden hierzu die Menschen aus Northeim befragt. Von Februar bis April wurde Online befragt, 675 Menschen aus Northeim und 176 name daran Teil. Sie sollten Fragen dazu beantworten, was ihnen an Northeim besonders gefällt, was die Stadt für sie ausmacht – und was sie ganz besonders stört.

Fraglich ist, wie repräsentativ 800 von fast 30.000 Einwohner sind. Trotzdem kommen die Verantwortlichen zu der Erkenntnis, dass die Umfrage  „Handlungsbedarfe und Stellschrauben aufgezeigt, an denen in Zukunft gearbeitet werden muss“, wie es in einer Mitteilung heißt. In eben dieser wird das Ergebnis zudem kontrovers ausgewertet. Besonders schätzen die Northeimer, aber auch die Gäste die besonders gute Lage der Rhumestadt umgeben von reichlich Natur, Seen und Wälder. Auch das Theater der Nacht ist nach wie vor ein Leuchtturm auch über die Stadt- und Landkreisgrenzen hinaus.

Trostlose Straßenzüge

Verschwommen scheint das Ergebnis aber im Falle der Kultur. Die gehören zwar zu den Stärken der Stadt, trotzdem wünschen sich viele Befragte ein breiteres und umfangreicheres Angebot. Auch das Fachwerk kommt bei den Befragten weniger gut an als zunächst vermutet. Trostlose Straßenzüge, Leerstände und Schmutz stoßen bei allen Befragen besonders sauer auf. Diese Lücken wollen die meisten Umfrage-Teilnehmer mit Gastronomie, Musik und Angeboten für Jugendliche aufgefüllt sehen.

Trotzdem, so ziehen die Verantwortlichen aus der Umfrage Bilanz, identifizieren sich die Northeimer ganz und gern mit ihrer Heimat. Was vor allem auch daran liege, dass sie die Stadt als Wohnort insbesondere als Zuhause wahrnehmen. „Jedoch zeigte sich gleichzeitig: Nach außen hin sind die Northeimer:innen wenig stolz auf Northeim und empfehlen nicht immer einen Besuch der Stadt.“

Auch Experten wurden befragt

Neben der Umfrage fanden auch vier Fachgespräche mit Menschen aus Northeim statt, die unternehmerisch oder kulturell vor Ort verwurzelt und aktiv sind. In den Runden wurde die Bedeutung der Veranstaltungen für die Identität Northeims sehr deutlich: Betont wurden zum Beispiel die Mondnacht, die Musiknacht, der Weihnachtsmarkt und der Klostermarkt. Mangelhaft hingegen sei die Vernetzung und Wahrnehmung untereinander, aber auch liegengebliebenes Potenzial.

Viele Themen, die bereits existieren, werden zu wenig kommuniziert oder einbezogen. „Insgesamt zeigte sich in den Expertenrunden eine positive Grundstimmung zwischen den Akteuren sowie der Wille und die Bereitschaft, gemeinsam etwas für Northeim zu bewegen und sich auch nach außen mit seinen Stärken und Besonderheiten zu zeigen“, heißt es in der Mitteilung.

Was jetzt passiert

Mit dem Ergebnis sollen nun weitere Pläne geschmiedet werden, „auch um überhaupt erst eine gute und glaubwürdige Ausgangsbasis für eine Vermarktung nach außen zu schaffen.“ Es sei deutlich geworden, dass es in Northeim bedeutende Themen gibt, die nun „in sein Schaufenster“ gestellt werden sollen.  Allem voran sind hier die Lebensqualität mit einer guten Lage im Raum, den Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und die Einbettung in eine attraktive Landschaft zu nennen. Aber auch einzigartige Highlights wie das Theater der Nacht.

Die Ergebnisse sollen in den kommenden Wochen weiterentwickelt werden. Im September soll zudem ein erster Workshop mit Akteuren und Mitgliedern der Expertenrunde erste Ziele und Maßnahmen erarbeiten. Schon im Juni soll zudem der Umbau der Stadtmarketing- und Tourismusvereine gemeinsam mit der Stadtverwaltung beginnen.

https://steadyhq.com/de/northeim-jetzt

 

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