Sturm und Regen lassen die Flusspegel in der Region steigen. Die Rhume, ein durch Northeim fließender Fluss, stieg am Freitag so hoch wie seit vielen Jahren nicht mehr. Der Landkreis Northeim warnt zudem die Menschen in Einbeck per Notfall-App: dort droht die Ilme über die Ufer zu treten.

Schuld ist Sturm ,Zoltan‘. Seit Donnerstag haben die Feuerwehren rund 30 Einsatzstellen  abarbeiten müssen, heißt es von der Pressestelle der Kreisfeuerwehr. Mehrere Straßen mussten gesperrt werden oder sind noch immer gesperrt. 

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Zu viel Wasser

Die Rhume in Northeim steht so hoch wie seit vielen Jahren nicht mehr. Entlang des Deichs sind Gehwege überschwemmt. Aufgrund der starken Strömung und des weiterhin steigenden Pegels warnen die Rettungskräfte davor, sich dem Wasser zu nähern. Laut Kreisfeuerwehr hat der Pegel der Rhume in Northeim in der Nacht mit aktuell 2,76 Meter die Meldestufe 2 überschritten. Bei Elvershausen wurden gegen Mitternacht rund 3 Meter gemessen. 

Am Rhumewehr in Northeim drückt das Wasser mit hohem Druck durch die Anlage

Wenig Platz am Rhumekanal

Der Rhumekanal entlang des Gustav-Wegner-Stadion – Heimat des FC Eintracht Northeim – ist ebenfalls bis zum Rand gefüllt. In den vergangenen Jahren drohte oftmals der Deich zu brechen und die Sportanlage zu überfluten. „Wir sind auch vor Ort und haben es uns angeschaut. Solange die Sperren bei Salzderhelden offen bleiben, sollte es kein Problem geben“, sagt Vereinssprecherin Meike Ellies. „Wir drücken die Daumen.“ Die Stadt Northeim beobachtet die aktuelle Lage auch über die Weihnachtstage hinweg. „Derzeit fallen zum Glück die Pegelstände. Die Stadt Northeim hat entsprechende Vorbereitungen getroffen und wird kurzfristig tätig werden, falls sich durch die angekündigten weiteren Niederschläge die Lage verschärfen sollte“, heißt es am Freitagvormittag aus dem Rathaus. „Der Damm am Stadion ist gestern (Donnerstag, anm. d. Red.) zweimal auf seinen Zustand geprüft worden. Zusätzliche Sicherungsmaßnahmen sind dort derzeit nicht erforderlich.“

Am Gustav-Wegner-Stadion droht das Wasser über den Damm zu steigen

Die Lage im Kreis

Erste Bäume waren am Donnerstagnachmittag kurz nach 16.30 Uhr im Stadtgebiet Bad Gandersheim umgestürzt. Unter anderem in Hachenhausen versperrte ein Baum die Straße. Im Einsatz waren die Feuerwehren später unter anderem auch auf den Straßen zwischen Willershausen und Oldershausen, in Westerhof und in der Nacht zwischen Moringen und Iber. Vereinzelt drohten auch Dachziegel von Gebäuden zu stürzen. In Northeim wurde eine Unterführung auf der Westumgehung unter Wasser gesetzt.

Am Rhumedamm sind weite Teile der unteren Spazierwege überflutet. Aufgrund der Strömung warnt die Kreisfeuerwehr, sich dem Wasser zu nähern.

Aufgrund der Sturmböen mit teilweise über 100 Kilometer pro Stunde wurden die Landesstraßen 548 Dassel Richtung Uslar sowie 549 Dassel Richtung Neuhaus für den Verkehr gesperrt. Ebenfalls wegen umgestürzter Bäume gesperrt ist die Verbindungsstraße von der B64 zur Hebersiedlung bei Bad Gandersheim. Die Warnung vor Sturmböen bis 85 km/h gilt vorerst bis 11 Uhr, teilt der Deutsche Wetterdienst mit. Die Warnung vor ergiebigem Dauerregen hingegen gilt bis in das Weihnachtswochenende hinein.

Bei Bad Gandersheim musste die Feuerwehr Sturmschäden beseitigen. Foto: Kreisfeuerwehr

Feuerwehr richtete Stab ein

Aufgrund der vielen in kurzer Zeit aufgelaufenen Einsätze und der angespannten Entwicklung bei Sturm und Dauerregen hatte die Kreisfeuerwehr als Teil des Fachbereichs 22 Brand- und Katastrophenschutz der Kreisverwaltung am Donnerstagabend ihren Stab Flächenlagen zusammengerufen. Hier wurden die gesamte Nacht über die Pegelstände und Wetterentwicklungen überwacht, um im Notfall eingreifen zu können. Ebenso seit dem Abend bereitstehen mehrere Tausend Sandsäcke samt Sandsack-Füllmaschinen.

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