Am Ende hat es weder für die FDP, noch für Christian Grascha gereicht. Mit nur 4,7 Prozent der Wählerstimmen schaffen es die Liberalen erstmals seit 19 Jahren nicht in das Niedersäsische Landesparlament. Dort war der Einbecker Abgeordnete seit 14 Jahren aktiv, vertrat die Region und führte die Fraktion als parlamentarischer Geschäftsführer. Nun ist Schluss – und zum Abschied wählt er emotionale Worte. Seine Zukunft lässt er allerdings offen.

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FDP nicht mehr im Niedersächsischen Landtag

„Der Wahlabend war für uns Freie Demokraten und auch für mich persönlich sehr bitter und traurig“, schreibt der Einbecker FDP-Politiker Christna Grascha bei Facebook. Seine Partei ist nicht mehr im neuen Landtag vertreten, hat am Wahlsonntag mit 4,7 Prozent 0,3 Prozentpunkte zu wenig Stimmen eingesammelt. Dennoch gratuliert Grascha höflich: „Ich gratuliere dem Wahlsieger der SPD und Stephan Weil zum Erfolg!“

Grascha sagt Danke

Als parlamentarischer Sprecher der Partei in Niedersachsen hat er den Misserfolg in Teilen mit zu verantworten. Parteichef Stefan Birkner hat bereits seinen Rückzug bekanntgegeben. Grascha: „Es tut mir besonders weh für unsere engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Fraktion und in den Wahlkreisbüros, die alles gegeben haben. Danke für Euren Einsatz.“

Arbeiten am Comeback

Politisch macht der Einbecker allerdings keinen Strich unter die Rechnung. „Wir werden nun unsere Arbeit außerhalb des Parlaments organisieren. Liberale Antworten sind notwendig“, und gibt sich bereit für den Kampf: „Wir arbeiten an unserem Comeback in fünf Jahren.“

Engagement im Landkreis

Denn offenbar haben die bisherigen 14 Jahre zu viel Spaß gemacht, beteuert Grascha. „Besonders gerne habe ich mich neben meinen Themen Haushalt, Finanzen, Gründerpolitik und Glücksspiel für meinen Wahlkreis und meine Heimatstadt Einbeck eingesetzt.“ Für diese Heimat kann er sich nach wie vor im Kreistag engagieren. „Die Menschen, die hier leben, liegen mir einfach am Herzen. Es war mir eine Ehre!“

Was jetzt?

Für Grascha ist es die zweite große Niederlage in kurzer Zeit. Im vergangenen Jahr stellte er sich als gemeinsamer Kandidat der FDP und CDU im Landkreis Northeim für die Wahl des Landrats zur verfügung. Am Wahlabend musste er sich allerdings deutlich gegen Amtsinhaberin Astrid Klinkert-Kittel geschlagen geben. Es folgt der Auszug aus dem Landtag, zum 8. November wird das Wahlkreisbüro in Einbeck geschlossen. Und dann? „Wir werden nun unsere Arbeit außerhalb des Parlaments organisieren“, schreibt Grascha knapp. „Bis November werde ich als Parlamentarischer Geschäftsführer die Landtagsfraktion noch liquidieren“, fügt er auf Nachfrage hinzu. Erst danach wolle er sich „weitergehende Gedanken zu meiner beruflichen Zukunft machen“.

Was es kostet

Klar ist auch: Den nun Ex-Abgeordneten mindestens fehlen die steuerpflichtige Grundentschädigung von 7.485,48 Euro und eine steuerfreie Aufwandsentschädigung von 1.526,01 Euro. Im Fall von Christian Grascha kommen Zulagen als parlamentarischer Geschäftsführer hinzu. Aber: Für drei Monate gibt es ein Übergangsgeld. Auch für jedes weitere Jahr Mitgliedschaft im Landtag wird für einen Monat die Aufwandsentschädigung als Übergangsgeld ausbezahlt, maximal allerdings für ein Jahr.

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