Bei A7-Sperrung: Warum die westliche Entlastungsstraße gar keine ist

Wenn die Autobahn 7 bei Northeim voll gesperrt ist, füllen Autos und Lastwagen die Bundesstraße 3 entlang der Dörfer und der Kernstadt. In Northeim selbst wird der Verkehr direkt durch die Stadt entlang der Göttinger Straße geführt, vorbei an Ampeln, Wohnhäusern, Geschäften und Schulwegen. Dabei gibt es die westliche Entlastungsstraße. Sie führt mit drei Kreiseln vom Sultmer über das Sollingtor bis nach Sudheim – also einmal komplett um die Stadt herum. Eine Entlastungsstraße eben. Nur als Umleitung wird sie ausdrücklich nicht empfohlen. Warum?

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Im Grunde genommen ist es ziemlich einfach. Autobahnen sind Sache des Bundes. Für Umleitungsstrecken nutzt dieser deshalb gerne seine eigenen Straßen – die Bundesstraßen. In Northeim ist dies die Bundesstraße 3 und diese führt direkt durch Northeim über die Göttinger Straße. Heißt aber auch: Kommt es auf der Straße zu Schäden, werden diese mit Bundesmitteln repariert.

Die westliche Entlastungsstraße gehört zum Straßennetz der Stadt und verbindet den Norden mit dem Süden, um so zum Beispiel schnell das südliche Industriegebiet zu erreichen. Geht hier etwas kaputt, zahlt die Kommune. Für die Stadtkasse ist es also gut, dass der Verkehr nicht über die Entlastungsstraße geführt wird. Die Autofahrer nevts trotzdem. Für sie wäre es die schnellste Umleitung. Stellt sich also die Frage: was soll diese Straße nun „entlasten“?

Fakt ist: Laut Stadt ist die Straße „entsprechend ihrer Bauklasse nicht für überregionalen Verkehr ausgebaut und vorgesehen.“ Engpässe wie die Bahnbrücke und kurze Unterführung auf der Entlastungsstraße machen es beispielsweise für den Schwerlastverkehr unmöglich, dort langzufahren. Für viele Lastwagen mit Überhöhe wäre schon am Klärwerk schluss. Ortskundige Autofahrer wiederum können so den Stau bei Sperrungen locker umfahren. Ihren großen Auftritt hat die westliche Entlastungsstraße also erst im Alltag. Berufspendler und alle, die nur schnell vom einen Ende der Stadt zum anderen wollen. Seit der Öffnung des Sollingors vor wenigen Wochen bietet sich hierfür sogar eine zusätzliche Option. Der Schwerlastverkehr muss aber weiterhin durch die Stadt fahren – oder kriechen.

 

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