Was der Schnee in Northeim so alles freilegt

Nach dem Schneechaos und sibirischem Dauerfrost taut die Rhumestadt allmählich wieder auf. Zum Vorschein kommen dann Dinge, die vorher schon da waren, vorher nicht da waren oder zumindest vorher anders waren.

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Löcher. Überall Löcher

Vor allem die Straßen im Stadtgebiet litten kräftig unter dem Dauerfrost und der Bearbeitung durch den Schneepflug. Straße wie die Bürgermeister-Peters-Straße oder die Graf-Otto-Straße hat der Frost nun den Rest gegeben. Metergroß sind die Schlaglöcher, die jetzt an schon vor Jahren geflickten Kanten wachsen. Zum Frühllingserwachen vor ein paar Jahren halfen da noch Primeln und Tulpen, inzwischen müsste es schon eine Edelhecke sein.

Doch auch die Eigenheime der Northeimer haben gelitten. Fassaden platzten während des Frostes auf, Wasserrohre danach. Dächer litten durch den schweren geschmolzenen Schnee genau so wie Abwasserrinnen und Gullis. Auch deshalb gab es in den vergangenen Tagen wieder viel zu tun für die Feuerwehren im gesamten Landkreis Northeim.

Im März 2019 hatte sich ein Anwohner offenbar den Spaß erlaubt und entlang der Bürgermeister-Peters-Straße die Schlaglöcher mit Blumen aufgefüllt. Zeitgleich fand in der Innenstadt das Frühlingserwachen statt.

Die Kombination aus Schmelzwasser und auftauenden Rohrbrüchen lässt fast immer die selbe Nachricht auf den Rufmeldern der Einsatzkräfte auftauchen, sagt Kreisbrandmeister Marko de Klein. „Wasser im Gebäude ist aktuell das am häufigsten vorkommende Einsatzstichwort für die Brandschützer.“ Mehr als ein Dutzend Einsätze gab es allein in den vergangenen 48 Stunden.

Auftauende Rohrbrüche

Hintergrund dieser Einsätze sind gefrorene Wasserleitungen, die bei den massiv unter dem Gefrierpunkt liegenden Temperaturen in der vergangenen Woche geplatzt sind und jetzt nach und nach auftauen, heißt es von der Kreisfeuerwehr. Denn erst dann, wenn das Wasser wieder strömen kann, wird der Schaden sichtbar – und es kommt, wie aktuell, zu Wassereinbrüchen in Kellern, durch Decken oder sogar durch Stromverteilungen. Einsätze dieser Art gab es laut Kreisbrandmeister de Klein am Montag und Dienstag unter anderem in Lindau, Moringen, Einbeck, Echte und auch Bad Gandersheim.

Die Kreisfeuerwehr rät, Leitungen, die beispielsweise für die Außenwasserversorgung gedacht sind, rechtzeitig vor der Frostperiode vollständig zu entleeren. Gebäudeteile, die wenig oder nicht genutzt sind, sollten regelmäßig kontrolliert werden und dürfen nie komplett auskühlen. Die Frostschutzstellung auf Heizkörpern reicht aus, um den Heizkörper vor dem Einfrieren zu sichern, nicht aber, um ein Platzen von Leitungen zu verhindern. Insbesondere bei älteren Gebäuden ist die Isolierung der Leitungen an den Gebäudeaußenseiten meist unzureichend bei derart tiefen Temperaturen. Hier helfen Sanitär- und Heizungsinstallateure in der Beratung weiter.

Profis sollen helfen

Sollte eine Wasserleitung im Gebäude einfrieren, sollten die entsprechenden Spezialisten zu Rate gezogen werden. „Ein eigenständiges Hantieren, beispielsweise mit Gasbrennern oder Lötlampen, ist brandgefährlich“, betont Kreisbrandmeister Marko de Klein. Im Falle eines plötzlichen Wasseraustritts sollte die Wasserversorgung schnellstmöglich abgestellt werden. „Achten Sie außerdem auf die Gefahren von Wasser in Verbindung mit Strom.“

Ebenfalls weiter im Einsatz sind die Baufachberater von Kreisfeuerwehr und Technischem Hilfswerk. Durch den gefallenen Regen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ist die Last auf diversen Flachdächern weiter angestiegen. Zur entsprechenden Dachlastmessung waren die Fachberater unter anderem am Dienstagmorgen am Bahnhof in Göttingen und am Sonntag in Renshausen im Einsatz.

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