Nachdem sich am 3. November der neue Rat der Stadt Einbeck konstituierte, meldet sich nun ein Mitglied mit positivem Corona-Testergebnis. In Quarantäne muss bis auf die betroffene Person aber niemand. Bürgermeisterin Sabine Michaelk kritisiert indes, dass die Information überhaupt an die Öffentlichkeit geraten war.

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Facebook wusste es zuerst

Frank Bertram hat dazu ebenfalls einen Artikel verfasst. Im Kern geht es dabei auch um die Frage, warum Informationen zur Gesundheit eines Ratsmitglieds überhaupt ohne seine Zustimmung an die Öffentlichkeit geraten sind.

Allerdings stellt sich auch die Frage, warum die Stadtverwaltung die Information zunächst geheim halten wollte. Laut Bertram waren alle Beteiligten und Wissenden zum Stillschweigen aufgerufen. Trotzdem machte die Information in sozialen Netzwerken die Runde, am Dienstag sahen sich die Stadtverwaltung und Bürgermeisterin Michalek gezwungen zu reagieren.

Laut einer Mitteilung der Stadtverwaltung habe das Ratsmitglied zunächst die Bürgermeisterin und anschließend die Personen informiert, „die sich in der Ratssitzung in dessen unmittelbarer Umgebung aufgehalten haben“. Weil die aber geimpft sein, „muss sich unmittelbar niemand in Absonderung/Quarantäne begeben“, heißt es aus dem Rathaus.

Vorsichtsmaßnahmen

Bürgermeisterin Michalek sei „dem Ratsmitglied sehr dankbar, dass es so schnell und so umsichtig gehandelt“ habe, heißt es in ihrer Stellungnahme. „Es ist nicht nachweisbar, ob das Ratsmitglied in der Ratssitzung überhaupt schon ansteckend war. Und aufgrund der Einhaltung der in der Halle geltenden Hygienemaßnahmen (Wahrung von Abstand, Tragen einer Maske bis zum Sitzplatz) vor, während und nach der Sitzung und der guten Durchlüftung der Multifunktionshalle ist nicht davon auszugehen, dass sich an der Sitzung teilnehmende Personen angesteckt haben.“

Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek

In den nächsten Tagen sollen alle Beteiligte auf mögliche Corona-Symptome achten und sich einem Corona-Test unterziehen. Für Fragezeichen hatte bereits Anfang der Woche die Ankündigung gesorgt, dass der nächste Finanzausschuss digital tagt. Eine Vorsichtsmaßnahme, wie sich nun herausstellt. Denn auch die weiteren für diese Woche angesetzten Ausschuss-Sitzungen werden „vorsichtshalber in digitaler Form stattfinden“.

Vertrauensbruch

Bürgermeisterin Michalek zeigt sich aber auch enttäuscht darüber, dass sich nicht an die vereinbarte Verschwiegenheit gehalten wurde. „Dass der Vorgang anscheinend „durchgesteckt“ wurde und nun in den sozialen Medien verbreitet und diskutiert wird, bedauere ich persönlich sehr.“ Ein vertrauensvoller Umgang sehe anders aus. „Das erschwert den vernünftigen Umgang mit der Pandemie und trägt auch nicht zu einem vertrauensvollen und empathischen Umgang miteinander bei“, betont die Bürgermeisterin.

Und weiter. „Niemand, den ich kenne, infiziert sich freiwillig mit dem Corona-Virus und verbreitet es auch noch wissentlich.“ Entsprechende Vorwürfe geisterten Anfang der Woche ebenfalls durch die sozialen Netzwerke. Michalek Abschließend: „Ich wünsche unserem Ratsmitglied schnelle und vollständige Genesung!“

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