Das Hochwasser bedroht nicht nur Einbeck. Auch die Stadt Northeim bereitet sich vor. Ehrenamtliche Hilfsorganisationen wie Feuerwehr und Technisches Hilfswerk füllen Sandsäcke. Die Stadtverwaltung um Bürgermeister Simon Hartmann hat einen Stab eingerichtet.

Retter füllen Sandsäcke

Am Bauhof sind rund 100 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Stadtgebiet Northeim im Einsatz und befüllen Sandsäcke. Etwa 40 Tonnen Sand steht ihnen zur Verfügung. Ziel ist es laut Bürgermeister Simon Hartmann, einen Reservebestand anzulegen, falls doch etwas passieren sollte. Koordiniert und beobachten wird die Situation derzeit im Rathaus in Form eines Stabes. Dort sind laut Hartmann Mitglieder der Verwaltung und der Rettungsorganisationen. „Wir sprechen uns regelmäßig ab“, sagt der Bürgermeister.

Stadt hat kritische Flüsse im Blick

Konkret im Blick haben die Verantwortlichen dabei „alles, was sich entlang der Rhume, Leine und Moore bewegt“, so Hartmann. Das betrifft vor allem die Northeimer Ortschaft Höckelheim, die in den vergangenen Jahren oft unter Hochwasser gelitten hatte. Zuletzt war 1994 das gesamte Unterdorf überflutet, als die Moore, ein Nebenfluss der Leine, über die Ufer trat. Um das zu verhindern oder zumindest rechtzeitig reagieren zu können, habe der Stab die Pegelstände genau im Blick. Zudem haben sich die Verantwortlichen am Samstagabend die Situation vor Ort genau angeschaut. „Wir werden in der Nacht und auch in den kommenden Tagen die Lage beobachten und reagieren, sobald es notwendig ist“, so Bürgermeister Hartmann. Aktuell gebe es noch keinen dringenden Handlungsbedarf.

Pegel steigen

Trotzdem sei eine „Überflutung tiefergelegener Flächen im Bereich der Stadt Northeim und ihrer Ortschaften nicht auszuschließen“, heißt es in einer Warnung am Abend. Mit weiterem Ansteigen der Pegel sei zu rechnen. „Gehen Sie daher nicht an Gewässer, die Hochwasser führen und fahren Sie nicht durch überflutete Straßen. Schon eine geringe Wasserhöhe kann die Steuerung behindern“, heißt es aus dem Rathaus.

So geht es in Einbeck weiter

An der Hullerser Landstraße 10 in Einbeck findet am 24. Dezember 2023 von 10 bis 12 Uhr erneut die Ausgabe von Sandsäcken statt. Betroffene können dort gefüllte Sandsäcke abholen. In den betroffenen Ortschaften stehen weiterhin die Ortsfeuerwehren und Ortsbürgermeister als Ansprechpartner bereit. Es wird dringend darum gebeten, dass sich nur Personen aus hochwasserge-fährdeten Arealen dort melden. Der Krisenstab dankt für das vernünftige und umsichtige Verhalten aller Nutzer am heutigen Tage. 

Die Lage in Einbeck. Foto: Kreisfeuerwehr

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) – Betreiber des Leinepolders in Salzderhelden – hat zwischenzeitlich zugesagt, die Auslassmenge des Polders bis auf Weiteres nicht weiter zu erhöhen. Wenn eine Erhöhung aufgrund des einlaufenden Schmelzwassers aus dem Harz notwendig werden sollte, wird der Krisenstab benachrichtigt und die Bevölkerung sogleich informieren. Laufend aktualisierte Informationen zur Lage sind über die Accounts der Kreisfeuerwehr Northeim zu beziehen. 

Fotos: Vogelbein

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2 Kommentare

  1. […] Während die Lage im Stadtgebiet Northeim weitestgehend entspannt ist, sind vor allem in Richtung Einbeck die Retter im Dauereinsatz. Landkreisweit sind bis zum Samstagabend rund 700 Kräfte von Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe, Technischem Hilfswerk, Polizei, Straßenmeistereien sowie den Stadt- und Gemeindeverwaltungen im Einsatz gewesen. […]

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