Mit einer besonderen Aktion zum ersten Geburtstag macht Holm Fröchtenicht vom Café „Mein Lieblingsplatz“ auf sich und die Situation der Gastronomen in Northeim aufmerksam. Sein Aufruf: „Wir können. Wir müssen. Lasst uns öffnen!“

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Bund und Länder haben sich auf weitere Lockerungen in der Corona-Pandemie geeinigt. Schon ab kommender Woche fällt die Ein-Personen-Besuchsregel, Geschäfte wie Bücherläden dürfen unter strengen Auflagen wieder öffnen. Auch die Gastronomie ist Teil der Öffnungsstrategie – allerdings erst später, mit Termin und ohne Dach und Wände.

Gebrochene Herzen

Es ist ein Hoffnungsschimmer, findet Holm Fröchtenicht. Gestern vor einem Jahr hat er in Northeim am Markt sein Café „Mein Lieblingsplatz“ eröffnet. „Wir hätten gerne gefeiert, irgendwas gemacht. Es bricht uns das Herz.“ Anders als viele seiner Gastronomie-Kollegen in der Rhumestadt durfte er auch während des Lockdowns öffnen und Waren zum Mitnehmen verkaufen. Die Kernkompetenz der Familie Fröchtenicht sei aber der Kaffee, der Ort und das Beisammensitzen.

Es bleibt noch abzuwarten, wie Länder und Kommunen die Lockerungen deuten und Umsetzen. Stand jetzt ist für die Gastronomie aber vorgesehen, dass frühestens am 22. März und auch nur bei einem regionalen 7-Tage-Inzident pro 100.000 Einwohner unter 100 mit Termin, und unter 50 ohne Termin die Außengastronomie öffnen darf. Ob sich der Wert am Landes- oder am Kreisschnitt orientiert, ist noch nicht ganz klar. Zumindest für den Kreis Northeim sieht es dann aber gut aus. Der Wert pendelte sich zuletzt zwischen 50 und 30 ein.

Im Interview

Zuletzt sprach Holm Fröchtenicht bei Freitag Northeim über die aktuelle Situation.

Gedeckte Tische

Auch deshalb ist es für Holm Fröchtenicht und seine Familie Zeit, ein Zeichen zu setzen. Erstmals in diesem Jahr haben sie dafür einen der vielen Tische und Stühle von „Mein Lieblingsplatz“ vor das Café gestellt, eingedeckt und mit Puppen geschmückt. Das Motto ist ganz einfach, sagt Holm Fröchtenicht. „Wir können es kaum abwarten, unsere Gäste wieder zu begrüßen.“ Inspiration war eine Aktion des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DeHoGa) in Bayern.

Zwei stumme Gäste und der klare Aufruf von Holm Fröchtenicht: „Wir können. Wir müssen. Lasst uns aufmachen“!

Doch auch die Kunden und Gäste in Northeim vermissen ihre Gastro-Besuche. Ein solch gedeckter Tisch weckt Erinnerungen und Sehnsüchte. Passend zum ersten Geburtstag werden auch besondere Angebote über die Theke von „Mein Lieblingsplatz“ gereicht. Wer zwei Buttercroissants bestellt, bekommt gratis Marmelade dazu. Außerdem stehen alle Lieblingstorten zur Verfügung: Mohn, Marzipan, Herrentorte, Apfeltorte, Stachelbeer-Bese, Käsetorte und Sandkuchen. „Unsere Kunden und Gäste halten uns nach wie vor die Treue. Das ist großartig, trotz des schwierigen Jahres.“

Nur vor Ort verzehren, das ist nicht erlaubt. Aber bald.

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