Die Bauzäune sind weg. Ein älterer Mann bleibt vor dem Eingang stehen, blinzelt gegen das helle Glas und sagt halblaut zu seiner Begleiterin: „Sieht irgendwie größer aus als früher.“ Drinnen riecht es noch nach frischer Farbe, irgendwo klackt ein Werkzeug auf den Boden. Noch sind es vor allem Mitarbeitende und letzte Handgriffe, die das Bild bestimmen. Für Kundinnen und Kunden öffnen sich die Türen der Hauptstelle der Kreis-Sparkasse Northeim am Münsterplatz ab Montag.

„Bis zuletzt wurde geschraubt, gesägt, gehämmert und vielleicht ist auch die Farbe an der ein oder anderen Stelle noch etwas feucht. Aber wir haben es geschafft und freuen uns, dass wir unsere Kunden nun in den neu gestalteten Räumen unserer Hauptstelle begrüßen können“, sagt Vorstandsvorsitzende Ute Assmann. „Von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben wir schon viele positive Reaktionen erfahren. Nun sind wir gespannt, wie unsere Kunden die Neugestaltung annehmen.“

KSN-Vorstandsvorsitzende Ute Assmann (rechts) begrüßt die Gäste

Wer die Räume betritt, merkt schnell, dass sich nicht nur die Optik verändert hat. Vieles wirkt moderner, aufgeräumter, ein wenig leiser. „Die Entscheidung zur Modernisierung unserer Hauptstelle ist allein schon aus den rechtlichen Anforderungen an die Nachhaltigkeit für die Sparkasse zwingend. Zugleich wird ein zukunftsweisendes Filialkonzept umgesetzt, das die individuellen Kundenbedürfnisse nach persönlicher Beratung und Nutzung digitaler Servicetechnik optimiert“, erklärt Vorstandsmitglied Bernd Sommer.

Ein Schwerpunkt der Arbeiten lag auf der energetischen Sanierung des Gebäudes. Ziel war es, die Hauptstelle technisch auf den neuesten Stand zu bringen und gleichzeitig den Energieverbrauch deutlich zu senken. Dafür wurden unter anderem moderne Heizungs, Klima und Lichtsysteme installiert sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Dämmung und der Gebäudetechnik umgesetzt. Auch Aspekte wie Schall, Brandschutz und Nachhaltigkeit wurden dabei berücksichtigt, um das Gebäude langfristig effizient, klimafreundlich und wirtschaftlich betreiben zu können.

KSN-Vorstand Bernd Sommer und Ute Assmann mit dem goldenen Schlüssel

Die Sparkasse reagiert damit auf ein verändertes Verhalten. Vieles läuft heute digital, doch bei wichtigen Entscheidungen bleibt das persönliche Gespräch zentral. „Wichtig ist uns, dass wir die bisher über mehrere Etagen verlaufende räumliche Trennung von Privatkundenberatung, Private Banking und Firmenkundenberatung aufheben und die Kundenbereiche künftig auf nur zwei Etagen konzentrieren, die ein Treppenhaus und ein Aufzug verbindet. So haben wir alle Kundenbereiche barrierefrei gestaltet und alles ist viel kompakter. Kurze Entscheidungswege sind ein großes Plus unserer Sparkasse und werden mit der Neugestaltung weiter verbessert“, betont Assmann.

In den neuen Beratungsräumen tauchen vertraute Motive aus der Region auf. Viele Meeting-Räume tragen Namen wie „Kreishaus“ oder „Theater der Nacht“. Auch hinter den Wänden steckt viel Northeim. „Unsere Investition in die Zukunft unserer Sparkasse kommt dabei überwiegend heimischen Firmen und Handwerksbetrieben zu Gute, ist ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Northeim und zur Northeimer Innenstadt und ein sichtbares Zeichen, dass es sich hier gut wohnen, leben und arbeiten lässt“, sagt Assmann.

Jeder Raum hat einen lokalen Bezug, dieser ist nach dem Theater der Nacht benannt

Dass eine Sanierung im Bestand nicht ohne Überraschungen verläuft, gehört dazu. „Wir wären gerne schon zum Jahresende 2025 in den neuen Räumen gewesen, haben aber auch erleben dürfen, mit wieviel Handwerkern in den vergangenen Monaten in unserer Baustelle mit Fleiß und Sachverstand gearbeitet wurde. Jeden Tag wurde es mehr Sparkasse“, berichten Assmann und Sommer.

Auch für die Mitarbeitenden ist vieles neu. „Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsteht eine moderne Arbeitswelt, die mit einem offenen Raumkonzept, Desk Sharing und Mobilem Arbeiten den geänderten Ansprüchen an einen zukunftsfähigen Arbeitsplatz gerecht wird“, informiert Sommer. Assmann ergänzt: „Der neue New Work Bereich im Untergeschoss wird sicher die Kommunikation untereinander weiter fördern und dient allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der KSN für Meetings und zur Pausen und Freizeitgestaltung. Auch Kundenveranstaltungen sind in dieser inspirierenden Umgebung denkbar. Es ist auf jeden Fall ein Ort, der motiviertes Arbeiten unterstützt und an dem man sich wohl fühlt.“

Mit der Sanierung wurden auch zahlreiche Funktionen modernisiert und erweitert. Dazu zählen unter anderem energetische Maßnahmen im Altbaubestand, der Einsatz von Photovoltaik sowie eine neue Heizungs, Klima und Lichttechnik. Auch Schall und Brandschutz wurden optimiert, um die Gebäudeeffizienz deutlich zu verbessern und den Standort langfristig zukunftsfähig aufzustellen. Insgesamt investiert die Sparkasse rund 18 Millionen Euro in den ersten Bauabschnitt, weitere knapp sieben Millionen Euro sind für den zweiten Bauabschnitt vorgesehen.

Das neue Raumkonzept in der Hauptstelle bietet einen fließenden Übergang zwischen digitaler und persönlicher Kommunikation mit vielen Vorteilen für die Kunden. So lässt die zeitgemäße Banktech- nik in den 12 individuell ausgestatteten Beratungszimmern beispielsweise Experten-Zuschaltungen und weitere digitale Mehrwerte zu. Das Raumkonzept berücksichtigt das berechtigte Kundeninteresse, die Sparkasse auf vielen Kommunikationswegen zu erreichen, setzt aber auch optisch einige moderne Reize mit Graffiti sowie Silhouetten und Bildmotiven aus der Region, die den neuen, diskre- ten Beratungsräumen Namen geben.

Am Ende dieses ersten Bauabschnitts steht nicht nur ein neues Erscheinungsbild, sondern auch ein klares Signal für den Standort. „Als marktführendes Kreditinstitut im Landkreis richten wir unser Handeln an aktuellen und künftigen Bedürfnissen unserer Kunden aus. Digitale Anforderungen und der Wunsch nach bestmöglicher Beratung sind dabei zwei Seiten einer Medaille und ergänzen und optimieren sich in der geplanten Neugestaltung. Die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind für uns richtungsweisend und erfordern umfangreiche energetische Baumaßnahmen zum Erhalt unserer Sparkasse.“

Am Montag wird der ältere Mann vermutlich wiederkommen. Dann wird er eintreten und direkt zu einem Beratungstisch gehen. Und vielleicht erzählt er später zu Hause, dass es jetzt ganz anders aussieht als früher. Und doch vertraut. Genau das war wohl das Ziel.

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