In diesem Jahr ist es wieder möglich, den Jahreswechsel weitergehend uneingeschränkt mit Feuerwerk zu begrüßen. Doch insbesondere nach zwei Jahren Pause sind die Fans bunter Lichter zur Rücksicht angehalten. Während auch in diesem Jahr die Altstädte im Landkreis Northeim tabu sind, warnt die Kreisfeuerwehr vor Gefahren speziell in diesem Jahr.

Stadt zieht Grenzen

Zunächst verbietet die Stadt Northeim das Abbrennen von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2 im Bereich der historischen Altstadt, begrenzt durch die Wilhelmstraße, Friedrichstraße, Göttinger Straße ab Friedrichstraße in Richtung Norden, Breiter Weg, Friedrich-Ebert-Wall und In der Fluth. Wer es trotzdem macht und dabei erwischt wird, muss bis 5.000 Euro Strafe zahlen.

Auch in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie
besonders brandempfindlichen Gebäuden (zum Beispiel Fachwerk) oder Anlagen müsst ihr das Feuerzeug in der Tasche behalten. Auch, wer vor dem 31. Dezember und nach dem 1. Januar Feuerwerk oder Pyrotechnik zündet, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Feuerwehr

Die Feuerwehren im Landkreis Northeim rechnen laut Sprecher Konstantin Mennecke mit deutlich mehr Arbeit als beispielsweise zum ersten „Corona-Jahreswechsel“. In der Nacht zum 1. Januar 2021 gab es nicht einen einzigen Einsatz für die Feuerwehren.

Kreisbrandmeister Marko de Klein sieht die große Gefahr in diesem Jahr vor allem im angekündigten, starken Wind. „Raketen können deshalb eine ganz andere Flugbahn einschlagen, als eigentlich geplant“, vermutet de Klein. Diese Situation erfordere besondere Vorsicht sowohl von den Menschen, die Feuerwerk zünden, als auch von der übrigen Bevölkerung. „Ganz wichtig: lagern sie leicht entzündliches Material, beispielsweise Altpapier, weder auf dem Balkon, noch in Papiertonnen, die direkt an einem Wohnhaus stehen“, betont de Klein. Insbesondere der Balkon sei ein schlechter Ort, da dort verirrte Raketen ganze Zimmerbrände auslösen können.

Northeims Kreisbrandmeister Marko de Klein

Don´t drink and Zündel

Grundsätzlich sollte Feuerwerk nur nüchtern entzünden werden, warnt der Feuerwehrchef. Zu groß sei die Gefahr von Leichtsinn im angetrunkenen Zustand. Raketen benötigen zudem einen sicheren Stand und dürfen nicht etwa aus der Hand abgeschossen werden. Sollte es zu windig sein, sollte auf das Abfeuern gänzlich verzichtet werden, damit Feuerwerkskörper nicht ungewollt anderen Menschen ins Gesicht fliegen.

Dringend rät die Kreisfeuerwehr von Silvesterfeuerwerk ab, dass über dubiose Wege über das Internet oder aus dem Ausland beschafft wurde. „Feuerwerk braucht eine offizielle Prüfnummer. Nur dann ist das Abbrennen sicher“, sagt Kreisbrandmeister de Klein. Illegales Feuerwerk könne nicht nur schwere Schäden verursachen, es kann seinen Nutzer auch lebensgefährlich verletzen.

Auch Retter wollen lieber feiern

„Wir wünschen uns für die Feuerwehren nach den bereits sehr arbeitsintensiven Weihnachtsfeiertagen einen ruhigen Jahreswechsel ohne die Zimmer- und Scheunenbrände, die es in den Jahren vor Corona immer wieder gegeben hat“, betont Kreisbrandmeister Marko de Klein. Dieser verantwortungsbewusste Umgang mit Feuerwerk komme auch den Rettungsdiensten und Mitarbeitenden der Notaufnahmen zugute.

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