Auch an Heiligabend waren die Feuerwehren im Kreis Northeim im Einsatz. Während die ehrenamtlichen Helfer in Katlenburg Sandsäcke statt Weihnachtsgeschenke packten, melden die Rettungsschwimmer in Northeim zur Nacht landunter im Bootshaus und am angrenzenden Restaurant am Freizeitsee. Für die Weihnachtsfeiertage ist weiterer starker Regenfall angesagt.

Rhume auf Rekordhoch

Laut Kreisfeuerwehr beobachten die Stäbe auch in der Heiligen aktuell intensiv die Pegel-Entwicklung an der Rhume, Leine und Ilme. An Leine und Ilme ist der Pegel aktuell steigend (Stand 23 Uhr), an der Rhume stagnierend. Die Rhume hat mittlerweile in Northeim einen sehr hohen Stand erreicht. Seit Mitternacht steigt der Wert, die Messstelle meldet einen Wert von 3,39 Metern. Zuletzt wurden 2007 3,28 erreicht.

DLRG-Bootshaus und Restaurant unter Wasser

Am Sonntagmorgen versuchten Feuerwehrkräfte mit Sandsäcken, am Northeimer Freizeitsee das Bootshaus der Rettungsschwimmer und ein angrenzendes Restaurant zu schützen. Gegen 1 Uhr in der Nacht meldet der DLRG-Ortsverband allerdings ein Eindringen des Seewassers in beide Gebäude. „Wir sind zwar einsatzbereit, nun aber dezentral“, melden die Rettungsschwimmer in den sozialen Medien. Das Ausmaß der Schäden sei erst bei Tageslicht genau zu sehen, heißt es auf Nachfrage.

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So verlief der Sonntag

Die Feuerwehren waren am Sonntag mehrfach im Einsatz, weil Autofahrer sich nicht an die Absperrungen gehalten haben und dann vom Wasser eingeschlossen wurden. Dieses Verhalten bindet unnötig Einsatzkräfte und bringt unsere Retter in Gefahr. Zudem beobachten wir, dass es in Teilen der Region einen „Hochwassertourismus“ gibt, Menschen zu nah an Gewässer gehen. Das ist unter anderem direkt am Leinepolder der Fall. Dort verlassen Menschen die befestigten Wege und gehen an die Wasserkante. „Das ist lebensgefährlich“, erklärt Konstantin Mennecke als Pressesprecher der Kreisfeuerwehr.

Zehntausende Sandsäcke

Die Feuerwehren haben mittlerweile eine mittlere fünfstellige Zahl an Sandsäcken befüllt und direkt verbaut oder als Reserve bereitgestellt. In der Gemeinde Katlenburg-Lindau wurden die Einsatzkräfte im Laufe des Sonntages von Feuerwehrleuten aus dem Flecken Nörten-Hardenberg und der Stadt Moringen beim Befüllen der Sandsäcke, sichern von Gebäuden und Leerpumpen von Kellern abgelöst. Für die Retter gab es an Versorgungspunkten Kuchen, es lief Weihnachtsmusik – ein Heiligabend, von dem man vermutlich noch in Jahrzehnten erzählen wird. In der Spitze waren hier 170 Kräfte vor Ort.

Am Bauhof in Katlenburg wurden auch an Heiligabend Sandsäcke vorbereitet.

Warnungen per App

Im Laufe des Nachmittages hat die Fachgruppe für Bevölkerungswarnung der Kreisfeuerwehr eine aktualisierte Warnmeldung für den Bereich der Rhume, Leine und Ilme über alle gängigen Warn-Apps herausgegeben. Die Stäbe haben die Lageentwicklung auch am Montag weiter im Blick. Auch zur klassischen Zeit der Bescherung waren rund 50 Kräfte mit der Bewältigung von Hochwassereinsätzen im Landkreis Northeim beschäftigt.

In der Nacht zu Montag wurde die Produktion von weiteren Sandsäcken im Stadtgebiet Einbeck aufgenommen. Mehr als 50 Kräfte sind hier zur Minute im Einsatz. In Greene musste eine Trafostation vor dem steigenden Leinepegel gesichert werden.

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