Fachkräftegewinnung braucht mehr als Stellenanzeigen. Fachkräftebindung braucht mehr als einzelne Zusatzleistungen. Unternehmen benötigen klare Führung, eine wertschätzende Kultur und erreichbare Unterstützung. Genau das nehmen die Teilnehmenden des WMT-Forums Wirtschaft bei THIMM in dieser Woche mit. Rund 25 Gäste aus der regionalen Wirtschaft erhielten außerdem Einblicke in die Zukunft des Northeimer Familienunternehmens sowie konkrete Informationen zu Beratung, Förderung und regionaler Zusammenarbeit zum Fachkräfte-Erhalt.

NOM WMT Geschäftsführer Michael Eilers-Turau bezog sich schon bei der Begrüßung auf die neuesten Ergebnisse der Unternehmensbefragung 2026 der WRGN und der GWG. Dabei wurden auch Unternehmerinnen und Unternehmer aus Northeim befragt.

„Northeim verfügt über belastbare Standortvorteile. Wir müssen diese Stärken sichtbarer machen und zugleich an den Punkten arbeiten, die Unternehmen klar benennen. Dazu gehören die Fachkräftesicherung und das Standortimage. Für die NOM WMT ist das ein konkreter Arbeitsauftrag“, sagte Michael Eilers-Turau. 62 Prozent der antwortenden Unternehmen in der Region berichten von Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung.

THIMM hat dazu ganz eigene Erfahrungen gesammelt, berichtete Kim Hahnel, Director People Development & Apprenticeship. Eine Fachkraft bleibe dort, wo ihre Erwartungen von einem Arbeitgeber erfüllt werden. Ein junger Mensch entscheide sich eher für einen Ausbildungsbetrieb, wenn der erste Kontakt persönlich sei und der Einstieg verlässlich begleitet werde.

von links: Lutz Reiprich von der Demografieagentur Niedersachsen, NOM WMT Wirtschaftsförderin Hanna May, NOM WMT Geschäftsführer Michael Eilers-Turau, Kim Hahnel, Director People Development & Apprenticeship bei THIMM, Alexander Junge, Werkleiter THIMM Northeim und Dr. Benjamin W. Schulze von der SüdniedersachsenStiftung.

Bei THIMM greife beides ineinander. Rund 80 junge Menschen werden derzeit im Unternehmen ausgebildet. 37 Prozent der Mitarbeitenden sind seit mehr als zehn Jahren dabei. Unterstützt werde dies durch gemeinsame Events und die Pflege persönlicher Kontakte. „Wertschätzung zeigt sich im täglichen Umgang. Gute Führung hört zu, schafft Orientierung und eröffnet Entwicklungsmöglichkeiten. So entsteht eine Kultur, in der Menschen Verantwortung übernehmen und im Unternehmen bleiben“, sagte Kim Hahnel.

Werkleiter Alexander Junge gab außerdem Einblicke in die Zukunft des Northeimer Standorts im neuen Verbund der Saica Gruppe. Kim Hahnel zeigte, wie persönliche Kontakte, Schulkooperationen, Praktika und eine begleitete Einarbeitung den Einstieg in das Unternehmen erleichtern. Weiterbildung, Entwicklungsgespräche und flache Hierarchien unterstützen die langfristige Bindung.

Dr. Benjamin W. Schulze von der SüdniedersachsenStiftung ordnete die betriebliche Praxis in die Fachkräftestrategie für Südniedersachsen ein. Die Strategie bündelt Angebote zur Gewinnung, Integration und Qualifizierung von Arbeitskräften. Das Fachkräftebündnis bringt dafür Wirtschaftsförderungen, Arbeitsagentur, Kammern, Verbände und weitere regionale Partner zusammen.

Lutz Reiprich von der Demografieagentur Niedersachsen stellte das INQA-Coaching vor. Das Programm unterstützt kleine und mittlere Unternehmen bei Veränderungen in der Arbeitsorganisation, bei Personalfragen und beim digitalen Wandel. Bis zu zwölf Beratungstage können mit 80 Prozent gefördert werden. Führungskräfte und Beschäftigte entwickeln die Lösungen dabei gemeinsam.

Das WMT-Forum verband damit drei Ebenen: Erfahrungen aus dem Betrieb, Erkenntnisse zur regionalen Fachkräftesituation und direkt nutzbare Unterstützungsangebote. Die NOM WMT dankt THIMM, der SüdniedersachsenStiftung und der Demografieagentur Niedersachsen für die Zusammenarbeit und allen Gästen für den wertvollen Austausch und das Netzwerken im Anschluss.

Das nächste WMT-Forum Wirtschaft findet im kommenden Jahr am 20. April 2027 statt.

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