Der Kirchturm der Corvinuskirche am Northeimer Sultmer braucht etwas Pflege und Aufmerksamkeit. Wie viel und wie teuer das wird, soll nun ein Gutachten klären. Am Mittwoch wurde der mehr als 50 Jahre alte Glockenturm mit einer Hebebühne kontrolliert.

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Ein Kirchturm für den Sultmer

Das anschließende Gutachten soll Aufschluss über die Bausubstanz des Turms geben. Corvinus-Pastor Jens Gillner beobachtet die Prüfung ganz genau und wagt auch selbst einen Blick von oben. 2019 lag die Hochzeit von Kirche und Turm genau 50 Jahre zurück. „Der Turm kam 1969 etwas später zur Kirche dazu. Während es ihr ganz gut geht, sieht man ihm die Ehejahre aber an“, so Gillner.

Für die meisten Sultmeraner gehört der Turm mit seinen vier Glocken zum Seh- und Klangbild der Region dazu. Doch die Jahre haben ihm zugesetzt. Mörtel und Fugen brechen langsam auf, auch am Fundament sind Teile der Stahlkonstruktion schon sichtbar. „Einsturzgefährdet ist er aber noch lange nicht“, sagt Gillner. Besser werde es von allein aber auch nicht mehr.

Zuständig für die Begutachtung und mögliche Sanierung ist das Evangelische Amt für Bau- und Kunstpflegeamt in Göttingen. Die hatten Anfang des Jahres schonmal eine grobe Kostenschätzung abgegeben. Genaueres soll nun aber das Gutachten aufzeigen, erklärt Gillner.

Könnte Geld kosten

Das wird von der Firma Pöstgens aus Rossdorf erstellt. Laut ersten Aussagen vor Ort sei der Zustand aber „weniger dramatisch, als es aussehe.“ Klar sei aber, dass eine Sanierung „unbedingt notwendig“ ist, sagt Pastor Gillner. Bei grob geschätzten 50.000 Euro Kosten wäre das dann ein Fall der Landeskirche. Vieles deutet aber darauf hin, dass das notwendige auch für weniger machbar sei, sagt Gillner.

Schon im vergangenen November wurde bei der üblichen freiwilligen Kirchenspende auf die Reparatur des Turms hingewiesen. In der kurzen Zeit kamen für den Pastor überraschende 9.500 zusammen. „So viel hatten wir in dieser kurzen Zeit noch nie zusammen“, sagt Gillner. Es sein auch ein Zeichen, wie viel den Gemeindegliedern an ihrem Kirchturm liegt, vermutet der Pastor.

Bis aber die ersten Handwerke loslegen, könnte noch etwas Zeit vergehen. Frühestens im Frühjahr 2022 sollen dann erste Arbeiten zum Erhalt des Kirchturms beginnen. „Vorher müssen wir das Gutachten abwarten und den Sanierungsantrag stellen“, so Gillner. Bis dahin schlagen die Glocke weiter: einmal kurz jede Viertelstunde, zur Stunde und um 18 Uhr im vollen Geläut.

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