Auch in Northeim gingen – oder besser fuhren – am Montag Landwirte und Unterstützer auf die Straße, um gegen eine ihrer Meinung nach ungerechte Politik zu demonstrieren. Hunderte Traktoren samt Fahrer versammelten sich dazu auf dem Northeimer Mühlenanger. Das beeindruckende Bild setzte sich fort, als sich der Demo-Zug gemeinsam mit der Polizei durch die Northeimer Straßen zog.

Gesperrte Autobahnauffahrten

Zuvor hatten die Demonstrierenden verschiedene Aktionen bei den Behörden angemeldet. Neben den Fahrten zu Mühlenanger aus allen Richtungen wie Katlenburg, Einbeck oder Osterode, wurden bis 8 Uhr auch Autobahnzufahrten blockiert. Die Landwirte wollen zunächst auf die jüngsten Pläne der Ampel-Regierung aufmerksam machen, für sie wichtige Steuerbegünstigungen zu streichen. Laut Claus Hartmann, Vorsitzender des Landvolks Northeim und Osterode, sei das aber nur der letzte Tropfen gewesen.

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Ein Schlag ins Gesicht

„Wir haben viele Maßnahmen und Einschränkungen akzeptiert“, so Hartmann, der als Landvolk-Chef auch die Hauptdemonstration angemeldet hat. Man habe Vorschläge gemacht, „wie man Landwirtschaft verändern kann, damit sie noch nachhaltiger wird.“ Nun habe die Regierung eine Entscheidung getroffen, einen Vorschlag gemacht, der das Fass zum Überlaufen bringt. „Und vor diesem Hintergrund ist dieser Vorschlag, eigentlich aus dem Nichts heraus, die Steuern so deutlich zu erhöhen, die Richtung Diesel und KFZ-Steuer gehen, ein Schlag ins Gesicht für viele gewesen.“ Hunderte Landwirte folgten dem Aufruf und entschieden sich, gemeinsam in Northeim zu demonstrieren. Auch Hartmann ist von dieser Zustimmung überwältigt, hatte nicht mit so vielen Teilnehmenden gerechnet.

Dankbar für Unterstützung

Umso dankbarer ist er, dass alles friedlich verlief. Dankbar gegenüber der Polizei, die laut Pressesprecherin Christin Millius „sehr glücklich“ mit dem Verlauf ist, aber auch gegenüber den Solidaritätsbekundungen auch zum Zeitpunkt, als die Landwirte bereits die Straßen verstopften. „Es ist schade, dass wir demonstrieren müsse, aber es ist gut, dass wir so eine gute Resonanz hier haben“, sagte Hartmann im Rahmen einer kurzen Kundgebung. „Ich möchte mich auch ganz herzlich bedanken für die große Solidarität, die wir in weiten Teilen der Bevölkerung genießen“, ordnet Hartmann die bisherigen Reaktionen ein. „Wir haben oft den Eindruck, dass wir diskreditiert werden. Aber jetzt merken wir, dass wir doch ein gutes Ansehen haben der Bevölkerung.“

„Es tut uns leid“

Das, was die Landwirte gerade tun, sei drastisch und ein Einschnitt auch für viele Menschen in Deutschland. „Das tut uns leid. Wir entschuldigen uns dafür, aber wir sehen keine andere Möglichkeit, für unsere Anliegen einzutreten“, sagt Hartmann. „Wir sind bereit, als Unternehmer und als Bürger dieses Landes unseren Teil dazu beizutragen, dass dieser Staat auch weiter funktionieren kann. Es ist völlig ungerechtfertigt, durch die geplanten Steuererhöhungen uns so einen riesigen Batzen als kleine Gruppe von Menschen und Unternehmern aufzubürden. Das können wir nicht akzeptieren, das wollen wir nicht hinnehmen. Dafür demonstrieren wir heute.“

Im Rahmen der Veranstaltung entsteht eine Northeim-jetzt-Reportage. Diese gibt es in den kommenden Tagen zu sehen. Unter anderem haben wir Claus Hartmann und die Polizei den gesamten Vormittag über begleitet.

Fotos: Spieker Fotografie und Christian Vogelbein

 

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