Helfen, bevor der Rettungsdienst eintrifft. Im Notfall geht es oft um Sekunden. Die Erste Hilfe vom Nachbarn oder einer Fachkraft in der Nähe könnte so Leben Retten. Genau darauf setzt nun der Landkreis Northeim und hat die Teilnahme am Mobile Retter-System beschlossen. Nach einer speziellen Ausbildung kann die Leitstelle nach einem Notruf nicht nur den Rettungsdienst alarmieren, sondern auch speziell geschulte Ersthelfer, die sich in der Nähe befinden. Alarmiert und geortet wird per Handy.

Start Anfang 2024

Ziel sei, die medizinische Notfallversorgung in der Region zu verbessern. Der Landkreis Northeim und die Mobile Retter-Initiative arbeiten dabei eng mit den Rettungsdiensten zusammen, heißt es in einer Mitteilung aus dem Kreishaus. Losgehen soll es Anfang 2024.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PHA+PGlmcmFtZSB0aXRsZT0iWW91VHViZSB2aWRlbyBwbGF5ZXIiIHNyYz0iaHR0cHM6Ly93d3cueW91dHViZS1ub2Nvb2tpZS5jb20vZW1iZWQvbVhOa0Y2RVotcVE/c2k9YmpyVFVQbV9lZGhfVHpoQSIgd2lkdGg9IjU2MCIgaGVpZ2h0PSIzMTUiIGZyYW1lYm9yZGVyPSIwIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW49ImFsbG93ZnVsbHNjcmVlbiI+PC9pZnJhbWU+PC9wPg==

Das sind Mobile Retter

Die Mobile Retter-Initiative basiert auf dem Prinzip der Solidarität und dem Gedanken, dass schnelle Erste-Hilfe-Maßnahmen in Notfallsituationen einen bedeutenden Unterschied im Überlebenskampf machen können. Es handelt sich dabei um einen ehrenamtlichen Zusammenschluss von qualifizierten Ersthelfenden, die bei medizinischen Notfällen über eine Smartphone-App alarmiert werden und lebensrettende Maßnahmen einleiten können, bis der Rettungsdienst eintrifft. Im ersten Schritt werden Mitglieder der Feuerwehren und Hilfsorganisationen trainiert, danach folgen weitere geeignete Berufsgruppen.

Mehr Notfallversorgung im Landkreis Northeim

Demnach werden schon jetzt im Landkreis Northeim Mobile Retter-Trainings durchgeführt. Im ersten Schritt richtet sich das Angebot an Mitglieder der Feuerwehren und Hilfsorganisationen. Ab Januar 2024 können alle weiteren interessierten qualifizierten Ersthelfer*innen Teil des Systems werden, zum Beispiel, Ärzt*innen, Rettungsdienstler, Gesundheits- und Krankenpfleger*innen.

Wer kann Ersthelfer werden?

„Die Einführung der „Mobile Retter“-Initiative im Landkreis Northeim ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in unserer Region“, betont Landrätin Astrid Klinkert-Kittel. „Ich rufe daher alle qualifizierten Ersthelfer*innen dazu auf, sich als ‚Mobile Retter‘ zu bewerben und Teil dieses lebensrettenden Netzwerks zu werden.“ Mobile Retter sollten über fundierte Kenntnisse in Erster Hilfe sowie Einsatzerfahrung verfügen und bereit sein, im Notfall ehrenamtlich zu handeln.
„Gemeinsam können wir Leben retten und die medizinische Notfallversorgung im Landkreis Northeim entscheidend verbessern“, so Astrid Klinkert-Kittel.

So wirst du Mobiler Retter

Interessierte Personen können sich online unter mobile-retter.org/nom oder direkt beim Projektkoordinator des Landkreises Northeim Lars Schmidt melden: per E-Mail unter mobileretter@landkreis-northeim.de oder telefonisch unter 05551/708-378.

Über das Mobile Retter-System

Laut dem Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) erleiden in Deutschland jährlich mehr als 70.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. Nur zehn Prozent der Betroffenen überleben, da aufgrund der Eintreffzeit des Rettungsdienstes mit durchschnittlich neun Minuten die Wiederbelebungsmaßnahmen häufig erst zu spät eingeleitet werden.

Hier kommen die Mobilen Retter ins Spiel: Medizinisch qualifizierte Ersthelfende, die sich in unmittelbarer Nähe zum Notfall befinden, werden durch die GPS-Komponente ihrer Smartphones geortet und nach Wahl des Notrufs 112 durch die Leitstelle parallel zum Rettungsdienst alarmiert. Mobile Retter können allein durch die örtliche Nähe sehr oft schneller als der Rettungsdienst am Notfallort sein und bis zu dessen Eintreffen lebensrettende Maßnahmen einleiten. Die Rettungskette wird somit gestärkt, ohne eine Änderung an der etablierten Struktur des Rettungsdienstes vorzunehmen.

Foto: Konstantin Mennecke

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein