Ein seltenes Naturschauspiel hat in der Nacht von Montag auf Dienstag den Himmel über weiten Teilen Norddeutschlands in leuchtende Farben getaucht. Zwischen dem späten Abend des 19. Januar und den frühen Morgenstunden des 20. Januar 2026 waren in vielen Regionen deutlich sichtbare Polarlichter zu beobachten. Ein Anblick, der sonst vor allem aus Skandinavien oder Island bekannt ist.
Faszinierende Eindrücke in Northeim
Auch in Northeim bot sich den Bewohnerinnen und Bewohnern ein außergewöhnliches Bild. Gegen 22.30 Uhr meldeten erste Hobbyfotografen grünlich schimmernde Schleier am nördlichen Horizont. Im Laufe der Nacht wurden die Lichter immer intensiver. Rote, violette und grüne Bänder zogen sich über den Himmel und sorgten für Staunen auf Straßen, Feldern und Balkonen.
„So etwas habe ich hier noch nie gesehen“, berichtete eine Northeimerin, die das Schauspiel vom Sultmer Berg aus beobachtete. „Wir wollten eigentlich nur kurz den Hund rauslassen und standen dann eine Stunde lang draußen und haben einfach nur geschaut.“ Ähnliche Reaktionen waren überall in der Region zu hören. Viele Menschen zückten spontan ihre Smartphones oder Kameras, um den seltenen Moment festzuhalten.
Begeisterung in den sozialen Medien
Die sozialen Netzwerke füllten sich binnen Minuten mit eindrucksvollen Bildern und Videos. Unter Hashtags wie Polarlichter, Norddeutschland und Northeim teilten Nutzer ihre Aufnahmen, vom schimmernden Himmel über dem Harz bis zu leuchtenden Bögen über verschneiten Feldern. „Der Feed war plötzlich nur noch grün und lila“, schrieb ein Nutzer auf einer Online Plattform. „So viel Begeisterung habe ich lange nicht erlebt.“
Ursache liegt auf der Sonne
Doch warum waren die Polarlichter ausgerechnet in dieser Nacht so weit südlich zu sehen? Die Ursache liegt Millionen Kilometer entfernt auf der Sonne. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt hatte es in den vergangenen Tagen mehrere starke Sonneneruptionen gegeben. Dabei wurden große Mengen elektrisch geladener Teilchen ins All geschleudert. Trifft dieser sogenannte Sonnenwind auf das Magnetfeld der Erde, werden die Teilchen in Richtung der Pole gelenkt und regen dort Gase in der Atmosphäre zum Leuchten an. So entstehen Polarlichter. Normalerweise bleibt dieses Phänomen auf hohe Breitengrade beschränkt. Doch bei besonders intensiven geomagnetischen Stürmen können die Lichter auch in Mitteleuropa sichtbar werden.
Ausblick auf weitere Chancen
Ob sich ein solches Spektakel bald wiederholt, lässt sich schwer vorhersagen. Die Sonnenaktivität unterliegt einem Zyklus, und Experten rechnen auch in den kommenden Monaten mit weiteren starken Eruptionen. Für diese Nacht jedoch bleibt vor allem eines, die Erinnerung an ein faszinierendes Farbenspiel, das selbst erfahrene Beobachter ins Staunen versetzte und Northeim für einige Stunden in ein kleines Fenster zum Polarkreis verwandelte.



