Die Töpfe sind so leer wie die Kassen, die Küche bleibt kalt. Seit November sind Restaurants in Northeim vom Lockdown betroffen. Mehr als Lieferdienst und was zum Abholen ist nicht möglich. Doch für viele Betriebe reicht das nicht, sie wünschen sich Planungssicherheit und Perspektive. Mit einer Leere-Töpfe-Aktion laden sie auf Initiative des Deutsche Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoge) Politiker dazu ein, eben diese leeren Töpfe mit Ideen zu füllen. Die wiederum reagieren prompt und bitten im Wahljahr zum Fototermin.

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Wunsch nach Perspektive

Fotos finden sich von Christian Grascha (FDP, Landratswahl), Frauke Heiligenstadt und Dr. Roy Kühne (SPD, CDU, beide Bundestagswahl). Alle drei nutzten die Gelegenheit, mit Gastronomen ins Gespräch zu kommen. Kühne war unter anderem im Dons Diner von Marco Fries in Höckelheim. Dort wird aktuell am Wochenende die Küche angeheizt, Gäste können von einer wechselnden Karte ihre Speisen vorbestellen und abholen. Doch das rustikale Restaurant lebt von Besuchern, vor allem im Sommer von Durchreisenden und Motorradfahrern. Bisher, so Fries, gibt es aber selbst für die Außengastronomie keine Perspektive.

“Man hatte die Hoffnung, dass ab Januar 2021 langsam ein „Leben“ zurückkehrt.
Jetzt haben wir April 2021. Das Leben ist immer noch eingeschränkt“, sagt Fries. Dabei gehe es ihm nicht nur ums Geld. „Wir sind eine Generation, die es nicht gewohnt ist, so kontrolliert zu werden, überwacht zu werden und beeinflusst zu werden. Man geht allen Auflagen nach, um ein Licht am Horizont zu erblicken.“ Und trotzdem habe sich bis heute nichts verändert. Die folgen für die Psyche seien jetzt schon spürbar, sagt der bekannte Gastronom. „Damit kommt nicht jeder gut klar.“ Was bleibt also am Ende übrig – und wer?

Druck in Berlin reicht nicht

Kühne hofft auf einen schnellen Fahrplan für Öffnungskonzepte von Land und Landkreisen. „Der ländliche Raum gilt sonst immer salopp als ‚nichts los‘-Region und jetzt, wo uns genau das ein echter Vorteil sein könnte, hilft es der Gastronomie und Hotellerie auch nicht weiter. Hier braucht es dringend eine Perspektive und ich hoffe auf schnelle Lösungen für die Außengastronomie“, betont Kühne.

Der Northeimer Bundestagsabgeordnete sei aber zuversichtlich und möchte in Berlin auf eine Perspektive zumindest für die Außengastronomie hin drängen. Doch es brauche auch vor Ort entschlossen Hilfe. „Das Signal ‚wir wollen und müssen arbeiten‘ ist mit dieser Aktion klar angekommen, jetzt muss auf allen Ebenen der Entscheidungsträger an einem Strang gezogen werden, auch auf Landes- und Landkreisebene“, so Kühne.

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