Wird die Northeimer Stadthalle auch über den 15. August hinaus ein Impfzentrum sein? Stadt- und Kreisverwaltung sitzen derzeit am runden Tisch, um diese Frage zu beantworten. Geht es nach dem Bund, soll spätestens Ende September mit allen Impfzentren Schluss sein.

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Fleißige Impfer

Pünktlich am 15. Dezember hatten Technisches Hilfswerk und Deutsches Rotes Kreuz die Northeimer Stadthalle in ein Impfzentrum verwandelt. Schon Anfang 2021 wurden die ersten Spritzen gesetzt, seit dem haben dort fast 40.000 Menschen ihre erste Impfung gegen das Corona-Virus erhalten. Doch geht es nach dem Bund, soll das Konzept Impfzentrum schon Ende September auslaufen und die niedergelassenen Ärzte übernehmen. Die sind auch im Kreis Northeim schon fleißig und haben ihrerseits seit April gut 30.000 Menschen erstmals geimpft.

Die Wahl auf die Stadthalle als Impfzentrum war nicht ganz unumstritten. Am Ende entschied sich die Kreisverwaltung für die gute Lage, im Northeimer Rathaus klatschte man Beifall. Für die Halle, die nur selten noch für Kunst und Kultur auch wirtschaftlich genutzt wurde, sollten zunächst für ein halbes Jahr gut 35.000 Euro monatliche Miete inklusive Nebenkosten in die Stadtkasse fließen. Für Bürgermeister Simon Hartmann ein „Beitrag für den Kampf gegen die Pandemie in der Region“.

Ungewisse Zukunft

Zunächst hatte man sich auf die Nutzung für ein halbes Jahr geeinigt, im März dann aber um weitere zwei Monate bis Mitte August verlängert. Für Ende Mai hatten sowohl das Kreishaus als auch die Stadt angekündigt, die Situation neu bewerten zu wollen. Laut Kreispressesprecher Dirk Niemeyer wurden diese Gespräche „bereits aufgenommen. Ein Ergebnis wird in den kommenden Tagen erwartet.“ Aus dem Northeimer Rathaus hieß es ein paar Tage später, dass „hierzu noch Gespräche anstehen.“ Nächste Woche Dienstag, 15. Juni, soll es Klarheit geben.

Nachdem der Bund angekündigt hatte, von teuren Impfzentren abstand zu nehmen, lenkte auf Anfrage zumindest das Land Niedersachsen ein. Die zuständige Ministerin, Daniela Behrens, sieht in den Zentren ein auch weiterhin wichtiges Werkzeug im Kampf gegen die Pandemie. Ihr Ministerium ist es am Ende auch, welches die rund 50 Impfzentren in Niedersachsen betreibt. Stadt und Kreis Northeim sind nur ausführende Organe, haben hier nicht das letzte Wort. Sollte das Signal aus Hannover aber kommen, braucht es auch vor Ort eine Entscheidung.

Allein in Northeim befinden sich laut Kreishaus Anfang der Woche noch knapp 11.000 Menschen auf der Warteliste. „Wir gehen allerdings davon aus, dass sich die Warteliste in den kommenden Tagen noch vergrößern wird, da möglicherweise noch nicht alle nunmehr Impfberechtigten die Gelegenheit zu einer Registrierung genutzt haben“, so Kreissprecher Niemeyer.

Stand jetzt planen Veranstalter ab Oktober aber wieder erste Events in der Northeimer Stadthalle.

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