Ein Bündnis aus Vereinen, Verbänden, Gewerkschaften, Parteien und Kirchen plant für kommenden Freitag ab 18 Uhr eine gemeinsame Versammlung am Münsterplatz in Northeim. Auch die Stadt beteiligt sich, Bürgermeister Simon Hartmann bestätigt am Mittwoch die angemeldete Versammlung und seine Teilnahme. Sie soll eine Reaktion auf die Bundesweiten Proteste gegen Faschismus, Rechtsextremismus und die jüngste Provokation der Northeimer AfD sein.

Bürgersaal symbolisch schützen

Mit einer Menschenkette wollen die Initiatoren „symbolisch den Eingang zu unserem Bürgersaal schützen“, heißt es in einer Mitteilung. Versammlungsleiter und Mitinitiator sind Hans Harer, Rat der Stadt Northeim, und Jan von Lingen, Superintendent des Kirchenkreises Leine-Solling. Laut von Lingens Worten sind verschiedene Redner eingeplant. Neben ihm und Bürgermeister Hartmann, werden auch die Bundestagsabgeordneten Karo Otte und Frauke Heiligenstadt sowie Vertretende der Vereine sprechen. „Es ist möglich, dass weitere Redner hinzukommen“, sagt von Lingen. Die Planungen seien kurzfristig und noch nicht abgeschlossen.

Zum Neujahrsempfang der AfD im Bürgersaal am Münsterplatz hatte sich hoher Besuch eingefunden: Björn Höcke kam mit großem Audi und Polizeischutz.

Für Solidarität. Gegen Extremismus.

Offiziell führt die Versammlung den Titel „Für Solidarität und gegen Rechtsextremismus!“. Sie ist auch eine Reaktion auf den Neujahrsempfang der Northeimer AfD. Dort war unter anderem der rechtsextreme Thüringische AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke zu Gast und wurde mit einem ausgedachten Graf-Otto-Preis ausgezeichnet. Bei der Veranstaltung wurde die Rhumestadt unter anderem als „Kraftzentrum der AfD“ betitelt. Eine Behauptung, die große Teile der Zivilgesellschaft so nicht stehen lassen wollen. Rund eine Woche später äußerten sich zahlreiche Parteien, Verbände und Vereine in Stellungnahmen. Nun folgt die erste Versammlung hierzu. „Northeim steht für Toleranz und duldet kein „Kraftzentrum“ der Menschenfeindlichkeit. Northeim ist sich seiner historischen Verantwortung bewusst!“, heißt es dazu im Aufruf.

Keine Demonstration

„Wir haben bewusst nicht mehr geschrieben, denn es ist schon so viel gesagt und geschrieben worden“, sagt von Lingen. „Wir wollten auch bewusst keine Demonstration oder einen Zug durch die Stadt. Die Ruhe einer Menschenkette war uns wichtig um zu zeigen: der Bürgersaal gehört den Bürgern.“ Auch der vergleichsweise späte Termin – sowohl Neujahrsempfang als auch die bundesweiten Proteste liegen in der Vergangenheit – sei absichtlich gewählt. Denn am 27. Januar ist Holocaust-Gedenktag. „Wir wollten dies ursprünglich kombinieren. Mit der Menschenkette einen Tag vorher werden wir aber dafür Sorgen, dass wir den Gedenktag nicht überlagern“, erklärt von Lingen. Ebenfalls an der Organisation beteiligt ins Ratspolitiker Hans Harer. „Wir wollen die Teilnehmenden sofort mit der Menschenkette rund um den Platz verbinden“, sagt der Grünenpolitiker. Die Veranstalter hoffen auf hundert bis zweihundert Teilnehmende, die Northeimer Polizei erwartet laut Pressesprecher Sven Wolf eine „dreistellige Teilnehmerzahl“.

Diese Institution rufen auf

Am Aufruf zur Menschenkette beteiligen sich: Der ökumenische Arbeitskreis der Kirchen in Northeim, Köprü Integrationsverein e.V. Northeim, DGB Kreis- und Ortsverband Northeim, Werk-statt-Schule e.V. Northeim, SPD-Fraktion Stadt Northeim, CDU-Fraktion Stadt Northeim, Grüne Fraktion Stadt Northeim, FDP-Fraktion Stadt Northeim und FUL-Linke. Der SPD Unterbezirk Northeim, der CDU Kreisverband Northeim, DIE GRÜNEN Kreisverband Northeim – Einbeck, der FDP Kreisverband und der DIE LINKE Kreisverband Northeim.

 

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