Sonnenschein, eine volle Innenstadt und Anfeuerungsrufe bis an die Waldstrecken: Der Stadtlauf 2026 hat Northeim in Bewegung gebracht. Besonders bei den Kinder- und Jugendläufen und der Staffel der Firmen und Vereine wurde deutlich, wie viel dieser Tag für die Sportstadt bedeutet. Am Ende des Artikels findest du erst alle Ergebnisse und dann eine riesige Bildergalerie. Und ein wichtigen Hinweis dazu!
Aufmerksamkeit, bitte!
Am Münsterplatz ballte sich das Publikum. Während die Kinder und Jugendlichen ihre Läufe bestritten, standen die Menschen auch entlang der Strecke und feuerten sie an. Die Innenstadt war voll, die Cafés und Restaurants ebenfalls, und wer an diesem Tag zum Laufen gekommen war, durfte sich der Aufmerksamkeit einer beträchtlichen Zuschauerschar sicher sein. Das Wetter hatte seinen Teil dazu beigetragen: Sonne, angenehme Temperaturen, ein Septembertag, der auch denen entgegenkam, deren sportlicher Beitrag vor allem im ausdauernden Anfeuern bestand.
Für die jungen Läuferinnen und Läufer bedeutete das einen Auftritt mitten im Leben ihrer Stadt. Dort, wo sonst eingekauft, gegessen und einander begegnet wird, gehörte die Aufmerksamkeit nun ihnen. Ihre Anstrengung wurde gesehen, ihr Weiterlaufen begleitet. Gerade für Kinder liegt darin eine besondere Erfahrung: selbst auf der Strecke zu sein und zu erleben, dass Menschen am Rand Anteil nehmen. Wer wissen wollte, wie eine Stadt ihren Nachwuchs für Bewegung begeistern kann, bekam an diesem Tag reichlich Anschauungsmaterial.
Die Innenstadt nimmt Anteil
Die Rufe blieben keineswegs auf den Münsterplatz beschränkt. Entlang der Strecke wurde angefeuert, und dadurch reichte die Veranstaltung weit über ihren zentralen Treffpunkt hinaus. Zwischen Laufstrecke, Cafés und Restaurants entstand ein gemeinsamer Erlebnisraum. Sport war an diesem Tag überall dort gegenwärtig, wo Menschen ohnehin zusammenkamen. Man konnte zuschauen, jemanden unterstützen und dabei selbst Teil der Veranstaltung werden.
Der Begriff Sportstadt bekommt einen konkreten Inhalt, wenn Kinder, Jugendliche und Erwachsene öffentlich erleben, welchen Platz Bewegung und gemeinsames Mitmachen hier haben. Vereine werden sichtbar, Kolleginnen und Kollegen begegnen sich in einem anderen Zusammenhang, und Menschen am Streckenrand tragen ihren Teil zum Gelingen bei. Dafür braucht es keine eigene Startnummer. Wer anfeuert, beeinflusst durchaus, wie sich die nächsten Meter für jemanden anfühlen.
Dass diese Nähe zwischen Publikum und Teilnehmenden so gut funktionieren konnte, lag auch an der erneut sehr guten Organisation. Die Veranstaltung verlief reibungslos. Bei einem Stadtlauf, der unterschiedliche Läufe und Strecken durch Innenstadt und Wald zusammenführt, ist das eine Leistung, die leicht hinter dem eigentlichen Geschehen verschwindet. Gerade darin zeigt sich ihr Wert: Die Menschen konnten sich auf ihren Lauf, auf ihr Team und auf das Zuschauen konzentrieren.
Im Wieter wurde es anstrengend und schön
Rund um den Wald und auf den Waldstrecken setzte sich die gute Stimmung fort. Für die Teilnehmenden des Wieter-Trails bekam der Stadtlauf dort einen eigenen Charakter. Einige beschrieben die Strecke anschließend als anstrengend und herausfordernd. Zugleich sprachen sie von einem wunderschönen Lauf und einem tollen Erlebnis. Die Streckenführung verlangte ihnen etwas ab und machte gerade dadurch einen wesentlichen Teil des Reizes aus.
Beide Eindrücke gehören zusammen. Wer sich einer anspruchsvollen Strecke stellt, nimmt die Umgebung unter körperlicher Belastung wahr. Die Schönheit des Weges erspart einem keinen anstrengenden Abschnitt, kann aber ein guter Grund sein, sich überhaupt auf ihn einzulassen. In den Rückmeldungen der Trailrunner fand sich diese Verbindung wieder: Die Herausforderung blieb in Erinnerung, ebenso die Freude darüber, diesen Lauf erlebt zu haben.
Für Northeim erweitert der Wieter-Trail den Stadtlauf um eine besondere Qualität. Innenstadt und Wald werden innerhalb einer Veranstaltung als Orte des Sports erfahrbar. Das lebhafte Geschehen zwischen den Häusern und die anspruchsvollen Wege im Wieter sprechen unterschiedliche Vorlieben an und gehören doch zum selben Lauftag. Organisator Paul Lehmann denkt bereits weiter: Für die Zukunft hat er angekündigt, auch einen Ultra-Trail zu planen.
Wenn aus Kollegen und Vereinsmitgliedern ein Laufteam wird
Den Höhepunkt bildete der Staffellauf der Firmen und Vereine. Hier bekam jede einzelne Leistung einen unmittelbaren Bezug zur Gruppe. Wer lief, war für sein Team unterwegs, und dieser gemeinsame Einsatz prägte die Stimmung. Im Arbeitsalltag und im Vereinsleben kennt man einander in bestimmten Aufgaben und Rollen. Auf der Laufstrecke kam eine weitere hinzu: für die anderen durchhalten und den eigenen Teil beitragen.
Wie viel dabei die Unterstützung vom Rand bewirken konnte, zeigte eine Szene auf Höhe der Sixti-Kirche. Dort hatte sich eine Gruppe Kinder versammelt, die zuvor selbst am Stadtlauf teilgenommen hatte. Ihr eigener Lauf war vorbei, ihr Einsatz für diesen Tag offenbar noch nicht. Laut feuerten sie die vorbeikommenden Staffelläuferinnen und Staffelläufer an. Bei einigen war zu merken, dass ihnen diese Unterstützung noch einmal Schub verlieh.
Die Ergebnisse
Drei Sekunden entschieden über den Sieg auf der 4,8-Kilometer-Strecke, nur zwei Zehntelsekunden trennten die schnellsten Jungen der U8. Der Northeimer Stadtlauf am Sonntag, 27. September, brachte knappe Ergebnisse ebenso wie deutliche Vorsprünge. Die LG Göttingen gewann beide Wertungen des Wieter Trail Runs und setzte sich auch in der Teamstaffel durch.
Über 9,6 Kilometer gelang dem PEDO Schweißtechnik Running Team ein Doppelerfolg bei den Männern. Lorenz Aldefeld siegte im VR-Bank Mitte Lauf in 33:35 Minuten vor seinem Teamkollegen Christian Kalinowski, der nach 34:02 Minuten ins Ziel kam. Ramón Janousch vom ASC LaufClub wurde in 35:57 Minuten Dritter. Bei den Frauen gewann Agata Krafczyk vom Laufteam Wolfshagen im Harz in 39:26 Minuten. Dahinter folgten Salome Wolf, gemeldet für Dassler SC und Einbecker SV, in 40:39 Minuten und Maja Jurkutat vom Einbecker SV in 40:48 Minuten.
Besonders eng lagen die ersten drei Männer im Mönnig Bau Lauf über 4,8 Kilometer zusammen. Andreas Gerrits vom PEDO Schweißtechnik Running Team setzte sich in 16:15 Minuten durch. Chris Lemke von der LG Göttingen fehlten drei Sekunden zum Sieg. Stefan Janssen aus Kreiensen belegte in 16:23 Minuten Platz drei. Damit lagen zwischen dem Sieger und dem Drittplatzierten lediglich acht Sekunden. Die Frauenwertung gewann Jule Foelckel von der LG Göttingen in 17:30 Minuten vor Franka Niemeyer von Eintracht Hildesheim in 17:57 Minuten und Agata Krafczyk-Möhring vom Laufteam Wolfshagen im Harz in 18:09 Minuten.
Serien-Sieger im Wieter-Trail
Auf der längsten Strecke des Tages waren die Abstände deutlich größer. Christopher Holtz von der LG Göttingen gewann den Wieter Trail Run über 21,44 Kilometer in 1:30:08 Stunden. Alexander Fürle vom Laufteam Wolfshagen im Harz wurde in 1:41:21 Stunden Zweiter, Torben Bernhardt vom SportTREND Ultralaufteam Braunschweig in 1:43:18 Stunden Dritter. Bei den Frauen feierte die LG Göttingen einen Doppelsieg: Anouk Maurer benötigte 1:43:17 Stunden, Alice Hill folgte in 1:45:02 Stunden. Platz drei ging an Yin Wu in 2:06:02 Stunden.
Im Einbecker Brauhaus Jogginglauf über 3,2 Kilometer siegte Julian Müller in 12:54 Minuten vor Yousseff Haji Hamadi in 13:24 Minuten und Adrian Heinze in 14:41 Minuten. Die beiden Verfolger starteten für die Oberschule Northeim. Schnellste Frau war Stephanie Schwank in 13:01 Minuten. Nele Niemeyer von der LG Göttingen wurde in 14:09 Minuten Zweite, Leonie Rosenplänter vom Team Rosi in 17:13 Minuten Dritte.
Auch in der Teamstaffel über fünfmal 1,6 Kilometer stand die LG Göttingen ganz oben. Sie gewann in 26:05,20 Minuten vor dem PEDO Schweißtechnik Running Team in 27:01,90 Minuten. Die „Corvi Lehrer“ sicherten sich in 28:04,20 Minuten den dritten Platz. Insgesamt führt die Ergebnisliste 27 Staffeln.
Wie stark der Nachwuchs den Stadtlauf prägte, zeigen 780 gewertete Ergebnisse in den vier Schülerläufen. In der U8 belegten drei Jungen der Martin Luther Schule Northeim die ersten Plätze: Evan Kröll gewann in 2:46,80 Minuten vor Felix Heise in 2:47,00 Minuten und Ole Zentner in 2:47,70 Minuten. Schnellstes Mädchen war Marleen Metje in 2:55,00 Minuten.
In der U10 siegten Liam Rädeker von der Kardinal-Bertram-Schule Sudheim in 2:55,20 Minuten und Ilaria Barbieri in 3:06,60 Minuten. Die U12 entschieden Xaver Schmidt von BG 74 Göttingen in 5:33,40 Minuten und Emma Heinrichs in 6:08,70 Minuten für sich. Im gemeinsamen Lauf der U14 und U16 gewann Wasim Hussein von der Thomas-Mann-Schule Northeim in 12:06,30 Minuten mit 1,1 Sekunden Vorsprung vor Ben Kalinowski. Bei den Mädchen setzte sich Emilia Zantow vom Northeimer HC in 13:32,90 Minuten durch. Alle Ergebnisse gibt es hier offiziell zum Nachlesen.
Wie immer gilt: Wenn ihr auf den Fotos zu sehen seid, könnt ihr sie frei verwenden und weiternutzen. Anhand eurer Startnummer können wir außerdem schauen, ob es weitere Fotos von euch gibt (auch, wenn diese nicht in der Galerie auftauchen). Dann meldet euch bitte unter stadtlauf@northeim-jetzt.de



