Marcus Renziehausen und Philipp Gärtner hatten eine verrückte Idee. Das Lokal am Northeimer Wieterturm kaufen, sanieren und zum Herbst wieder öffnen. Davon haben sie mir im April erzählt, als sich die ersten Handwerker auf den Weg rauf zum Turm gemacht haben. Anfang Dezember ist tatsächlich noch Herbst, die ersten Feiern haben in den sanierten Räumen schon stattgefunden. Bevor die beiden Northeimer Unternehmer am kommenden Sonntag, 10. Dezember, für Neugierige die Türen des „Ausblick am Wieterturm“ öffnen, habe ich mich mit Marcus Renziehausen noch einmal dort umgesehen.

Ein harter Weg

Es hat geschneit, der kahle Wieterwald strahlt in hellem Weiß. An der Kahlheit ist erst der Borkenkäfer schuld und später die Forstmaschinen der Stadt verantwortlich. Meterhoch türmt sich das geschnittene Holz am Rand des noch immer holprigen Weges rauf zum Wieterturm. Der wurde immerhin gefegt und von Schnee befreit, sagt Marcus Renziehausen. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Philipp Gärtner hat er Anfang des Jahres das Lokal am Wieterturm gekauft und saniert. Aus dem Restaurant haben sie eine Eventlokation gemacht. Wer möchte, kann die Räume samt Bar, Küche und Medientechnik für Feiern oder Veranstaltungen mieten. Verpflegung wird selbst mitgebracht oder über Partner angeboten. „Wir hatten jetzt schon eine erste Geburtstagsfeier hier“, sagt Renziehausen. Offizieller start ist Sonntag, 10. Dezember. Dann nämlich wollen die beiden Unternehmer in einer Art „Tag der offenen Tür“ den Besuchern den neuen Wieterturm zeigen.

Hell und groß ist das neue Erscheinungsbild der Eventlocation „Ausblick am Wieterturm“.

Das ist neu

Und der hat sich wahrlich verändert. Der 1990er-Jahre Restaurant-Charm ist für ein modernes Konferenz- und Partyraumsetting gewichen. Tische und Stühle lassen sich nach belieben anordnen, der jetzt große Raum ist mit schlankem Holz und einem natürlichen Grün verziert. Alles ist hell und offen und modern. Die Bar wird durch einige Dekorflaschen verziert. Wer die Location mietet, bringt Getränke, Koch und Essen einfach selbst mit oder greift auf Partner-Dienstleister zurück. „Wir übergeben den Schlüssen und der Mieter kann alles selbst gestalten“, sagt Renziehausen. Eine dauerhafte Gastronomie gibt es nicht mehr. Diese war auch der Grund, warum das Gebäude samt Grundstück überhaupt zum Verkauf steht. Denn ein solches Konzept an diesem Ort sei kaum noch aufrecht zu halten, sagten die beiden Unternehmer schon Anfang des Jahres. 

Tag der offenen Tür

Am kommenden Samstag also darf jeder, der möchte, mal hineinschauen in den neuen Wieterturm.

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Den Schlüssel für den eigentlichen Turm gibt es dort übrigens nach wie vor, allerdings nicht mehr rund um die Uhr und nicht an jedem Tag. „Wir haben der Stadt ein elektronisches Schloss vorgeschlagen“, sagt Marcus Renziehausen. Damit reicht es aus, ein Smartphone mit sich zu führen, um die Tür zum Aussichtsturm zu öffnen. Aktuell hängt dort noch ein Schloss, den Schlüssel gibt es dauerhaft nur in der Tourist-Info; im Reddersenhaus, direkt in der Innenstadt. „Die Stadt findet die Idee gut“, sagt Renziehausen. Eine Entscheidung dazu gibt es aber nicht.

 

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