Der Landkreis Northeim hat in einer Testphase seine Kreisfeuerwehr erstmals mit Bodycams ausgestattet. Diese haben in den vergangenen Wochen Live Videos aus dem Einsatzgeschehen gesendet. Was das bringt, wer zuschaut und wie es weitergeht, soll nun die Auswertung zeigen.

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Livestream ist verschlüsselt und geheim

Wer jetzt allerdings hofft, künftig Livebilder vom Großbrand direkt von der Feuerwehr bei Facebook sehen zu können, der wird enttäuscht. In der Testphase – und wohl auch darüber hinaus – wird das Bildsignal der Kamera, welche die Einsatzkräfte an ihrer Jacke tragen, per Mobilfunk zunächst in die Leitstelle der Feuerwehr gesendet. Dort können die Disponenten durch das Video so etwas wie ein drittes Auge sein. Insbesondere bei Großeinsätzen ist das ein Vortiel, erklärt Kreisbrandmeister Marko de Klein. „Die Einsatzlagen im Landkreis Northeim sind häufig komplex und auf den ersten Blick nicht immer vollständig zu überblicken“. In diesen Situationen sei es für die Kräfte vor Ort, insbesondere für die Einsatzleiter und Gruppenführer, von elementarer Bedeutung, sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. „Welche Gefahren drohen? Wo ist priorisiert schnelles Handeln erforderlich? Es gilt in den ersten Minuten viele Entscheidungen zu treffen, die für den weiteren Einsatzverlauf entscheidend sein können“, sagt der Kreisbrandmeister.

DIe Einsatzkräfte tragen die Kamera an der Jacke. Theoretisch ist es auch möglich, am Einsatzort auf die Bilder zuzugreifen und die Kräfte so zu unterstützen.

Signal per Mobilfunk

Getragen werden sollen die Kameras von den sogenannten Brandmeistern vom Dienst, die oft als erste am Einsatzort eintreffen und so live eine erste Lage in die Leitstelle senden können, wo dann weitere Kräfte alarmiert werden. Rund sechs Wochen wurde die Kamera nun getestet, Material aufgezeichnet und verschlüsselt in die Leitstelle gesendet. Obwohl die Technik auf marktüblichen Mobilfunk setzt, ist Kreisbrandmeister de Klein zufrieden.„Insbesondere die Übertragungsstabilität des Videosignals auch aus Gebäuden heraus war dabei überzeugen.“

Die kleinen Kameras senden ein Live-Video in HD-Auflösung verschlüsselt über das Mobilfunknetz.

Es bleiben Fragen offen

Die neue Technik soll laut Landkreis den Verantwortlichen der Feuerwehr allerdings keine Entscheidungen abnehmen, sondern lediglich eine noch bessere Unterstützung durch die Einsatzleitstelle in der Absolvierung größerer Einsatzlagen ermöglichen. Ob und in welcher Form dieses Projekt umgesetzt wird, das werde intern diskutiert. Auch rechtliche Fragen sind dazu noch zu klären. Und auch die Versicherungen dürften ein großes Interesse an dem Bildmaterial haben.

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