K&K Menswear: Wie David Vaupel in wenigen Tagen einen Online-Shop baute

Wie lassen sich Waren verkaufen, wenn niemand mehr in den Laden kommen darf? Viele Northeimer Unternehmen stehen vor dieser Frage. Die Lösung lautet derzeit fast immer: digital. David Vaupel, Inhaber von K&K Menswear, hat dafür den ganz feinen Anzug ausgepackt: In nur drei Tagen hat er einen kompletten Online-Shop aus dem Boden gestampft.

Vorfreude

2020 ist ein Jahr, „das für uns sehr positiv angefangen hat und wir uns für dieses Jahr viel vorgenommen haben“, sagt David Vaupel. Als Geschäftsführer von K&K Menswear hatte er viel vor mit dem Traditionsunternehmen. Jetzt sind die Lichter aus, so wie in fast allen Geschäften in Northeim. Langeweile ist aber definitiv nicht angesagt. Statt Hemden zur Anprobe auszulegen, wird jetzt getippt, geklickt und fotografiert.

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Nach und nach aktualisiert David Vaupel den Online-Shop mit neuen Produkte. Jeden Tag kommen neue Fotos und Artikel hinzu.

Innerhalb weniger Tage hat David Vaupel aus dem Nichts einen Online-Shop gebaut. „Drei Tage und Nächte habe ich gebastelt. So etwas bin ich gar nicht gewöhnt, den ganzen Tag vor dem Computer zu sitzen.“ Inzwischen ist die Homepage unter www.kkmenswear.de schon erreichbar und funktioniert. Erste Bestellungen gehen ein, geliefert wird direkt nach Hause.

Zum Start gibt es außerdem ordentliche Rabatte. Die ersten 50 Bestellungen erhalten mit dem Rabatt-Code FIRST50 20 Prozent Nachlass auf alle Bestellungen ab 30 Euro Gesamtwert.

Detailarbeit

Mit dem Ergebnis ist er sehr zufrieden. Damit beginnt aber schon die nächste Arbeit: Alle Produkte müssen fotografiert und in den Shop einzeln eingepflegt werden. „Der Laden ist zu, ich habe ja jetzt Zeit dafür“, nimmt Vaupel das Ganze mit Humor. Von einem befreundeten Fotografen aus Northeim hat er sich dafür Technik ausgeliehen. In einer Ecke des Verkaufsraums ist jetzt ein kleines Fotostudio eingerichtet.

Am Computer werden die Bilder dann aufgehübscht und mit den richtigen Informationen versehen. „Das ist wichtig, damit sie nachher auch von Suchmaschinen gefunden werden“, erklärt Vaupel. „Die Seite ist bereits online, jetzt kommen jeden Tag neue Produkte hinzu.“

Ebenfalls über die Seite buchbar ist die Anmeldung zum sogenannten Facetime-Shopping. Kunden können David Vaupel per Videocall anrufen und gemeinsam virtuell durch den Laden gehen. Das Sortiment ist dabei immer über das Display sichtbar, der Style-Experte gibt am anderen Ende der Leitung Tipps. Gekauft wird entweder direkt am Telefon oder über die Homepage.

K&K ist Tradition

Es ist nicht das erste Mal, dass das traditionsreiche Northeimer Unternehmen aus einer Krise neue Ideen schöpft. „Wir [haben] mal ein wenig zurückgeblickt und festgestellt, dass das nicht das erste Mal war, dass wir bei K&K durch sehr schwierige Zeiten gehen mussten, in denen wir uns vom Vollsortimenter mit über vier Stockwerken und eigenem Restaurant hin zu dem profilierten Herrenausstatter entwickelt haben, der wir heute sind. Man könnte also sagen: Wir sind krisenerprobt“, schreibt Vaupel auf der Facebook-Seite des Unternehmens.

Mit dem neuen Online-Shop können Kunden von K&K Menswear ganz entspannt einkaufen. Wer möchte, wird außerdem per Video-Anruf durch das Sortiment geführt.

Erste Reaktionen auf das neue Angebot gab es bereits, Telefonate und Videoanrufe wurden geführt. Mit dem Shop soll es jetzt noch einfacher gehen – auch über die Krise hinaus. „Wir wollten sowieso einen Online-Shop anbieten“, so Vaupel. „Jetzt wird er benötigt. Und ich habe Zeit, um mich darum zu kümmern.“

Für die Zukunft

Denn Müßiggang ist keine Option. Auch dann nicht, wenn „die wunderbaren Kunden“, wie Vaupel schreibt, gerade nicht in das Ladengeschäft an der Bahnhofstraße kommen können. Gleichzeitig bittet er aber auch um Verständnis. „Das ist ein Schritt, der mit viel Arbeit verbunden ist. Daher bitten wir um ein wenig Einsicht, wenn es an der einen oder anderen Stelle noch etwas „hakt“ oder das Sortiment noch nicht in Gänze verfügbar ist. Wir arbeiten jeden Tag daran, den Shop noch weiter zu füllen und besser zu machen.“

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