Vor einem Jahr fuhren im gesamten Landkreis bunte Festwagen durch die Orte, tausende schauten und jubelten zu. Eigentlich würde jetzt die Karnevals- und Fastnachtssaison beginnen. Doch schon 2020 hieß es eine Woche später: Lockdown, Kontaktverbot. In diesem Jahr dürfen die Narren gar nicht erst auf die Straßen, es wird nicht gefeiert, gesungen und geschunkelt. Doch die echten Fans aus der Region wissen: Da geht trotzdem was!

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Plakate für die gute Stimmung

Das große Finale der Saison bei uns in der Region findet traditionell am Rosenmontag in Höckelheim statt. Alle bunten Wagen und Kostüme kommen hier noch einmal für den letzten Umzug zusammen, zehntausende stehen in der Northeimer Ortschaft am Straßenrand. 2020 war es knapp, eine Woche später wurden die ersten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingesetzt. Für 2021 stehen die Planungen direkt von Anfang an still. Naja, fast.

Denn so richtig loslassen können die Vollblut-Narren nicht. In Höckelheim zum Beispiel hängen seit knapp einer Woche entlang des Hackebergs und der Langer Acker an jeder Laterne bunte Plakate mit Fastnachtssprüchen. Die Aktion hatte Anke Herbst zusammen mit ihrer Schwester und ihrer Mutter in Gang gebracht. Herbst, im Ort auch bekannt als „Polly“, gehört zur Höckelschen Fastnacht wie Umzug und rote Nase. Im vergangenen Jahr haben wir Ihre Geschichte erzählt und sie sogar am Rosenmontag besucht.

Für eine Videobotschaften der Niedersächsischen Karnevalsvereine hat Anke Herbst ihr Vorzimmer geschmückt. Normalerweise treffen sich hier die Höckelheimer Narren zur Weiberfastnacht und vor dem Start am Rosenmontag.

„So ganz ohne geht es ja dann doch nicht“, sagt sie. Gemeinsam mit ihrer Schwester Karin schmückte sie zwei Straßen im Dorf mit insgesamt 20 Fastnachts-Plakaten. Diese wurden vorab gestaltet, beschrieben und wetterfest verpackt. Das Feedback aus dem Dorf ist bisher durchweg positiv. „Uns fehlt das in diesem Jahr. Aber wir wären nicht wir, wenn uns nicht irgendetwas einfallen würde.“

Für ein Projekt der niedersächsischen Karnevalsvereine hat sie außerdem eine Videobotschaft aus „der Fastnachtshochburg in Südniedersachsen“ aufgenommen. Dazu würde das Vorzimmer ihres Hauses wieder entsprechend geschmückt. Normalerweise ist dies dieser Ort der Hotspot für Höckelheimer Narren. Ob die Feiern zur Weiberfastnacht oder das Frühstück zum Rosenmontagszug, der erste Treffpunkt ist immer hinter der offenen Tür von „Polly“. 2019 waren wir zu Besuch:

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Auch die Karnevalsfreunde lassen nicht locker

In Hollenstedt zogen die Karnevalsfreunde an diesem Wochenende mit einem Wagen durch die Straßen und beschenkten die Einwohner mit bunten Tüten – als Karnevals-Impfung, sozusagen. Eigentlich hätte am Samstag der große Umzug durch das Dorf ziehen sollen.

„Aber wir wären nicht wir, wenn wir uns nicht trotzdem für unsere Mitglieder was überlegt hätten“, schreibt der Verein auf seiner Facebook-Seite. In den Paketen sei „alles, was ihr für eine Stay-at-home-Karnevalsparty benötigt.“

Für das Vorstandsteam um Daniela Bast-Frohme begannt das Ganze als Schnapsidee: „Wir suchten eine Möglichkeit den Karneval den Leuten irgendwie nach Hause zu bringen. Als wir die erste vorsichtige Idee unseren anderen Vorstandsmitgliedern präsentiert haben, kam gleich großer Zuspruch und wir feilten zusammen die ganze Aktion aus.“

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Hoffen auf richtiges Karneval

200 Pakete wurden gepackt und an die Mitglieder verteilt, 20 sogar per Post verschickt. „Die Resonanz war durchweg positiv. Ich hatte das Gefühl das mache es echt genossen haben, ein bisschen aus diesem Corona-Alltag aufgeweckt zu werden.“

Genau wie Anke Herbst in Höckelheim vermisst auch Bast-Frohme die richtige 5. Jahreszeit. „Zu Anfang dachte ich, das so ein Jahr Pause sicher auch mal dem Stresslevel guttut, aber man vermisst den Karneval und alles was dazu gehört dann doch ganz schön. Deswegen hoffen wir sehr, dass nächstes Jahr alles wieder seinen gewohnten Gang geht und wir wieder Karneval so feiern dürfen wie wir es kennen.“

https://steadyhq.com/de/northeim-jetzt

 

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