Der Krankenhausbetreiber Helios wird die Trägerschaft der Klinik in Bad Gandersheim im kommenden Jahr abgeben. Das teilten der Konzern und der Landkreis Northeim am Freitag in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Das Haus in Bad Gandersheim sei „in seiner bisherigen Form nicht mehr sinnvoll“ weiterzuführen, heißt es. Bis Ende September soll das Krankenhaus unter neuem Träger und neuem Konzept stehen, heißt es.

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Zu wenige Patienten

Am Ende sind es zu wenige Patienten, die das Krankenhaus in dieser Form nicht tragbar machen, heißt es gekürzt in der Pressemitteilung. Ein Trend, der laut Helios aber viele Krankenhäuser in Deutschland betreffen. „Um dennoch auch zukünftig eine wohnortnahe und bedarfsgerechte medizinische Versorgung im Mittelzentrum Gandersheim zu gewährleisten, ist beabsichtigt, die heutige Helios Klinik Bad Gandersheim für die Zukunft neu auszurichten“, beißt es. Dazu werde laut Helios und Kreisverwaltung bereits ein Nachnutzungskonzept erarbeitet. Geplant sei, diesen Umwandlungs- und Veränderungsprozess spätestens zum 30. September 2023 abzuschließen, „um dann mit einem neuen Konzept unter einem neuen Träger zu starten“. Das heißt ganz klar: Helios wird zu diesem Zeitpunkt als Krankenhausbetreiber ausscheiden. 

Der Realität ins Auge blicken

„Die Entscheidung, diesen Veränderungsprozess einzuleiten, haben wir uns alle nicht leichtgemacht. Viele Mitarbeitende sind dem Haus langjährig verbunden. Unter erschwerten Rahmenbedingungen ist es vor allem ihr Verdienst, dass sich die Helios Klinik Bad Gandersheim als kleines Haus über viele Jahre hinweg behaupten konnte. Nicht zuletzt bei der Behandlung der COVID-19-Patienten haben unsere Mitarbeitenden ganz Besonderes geleistet“, fasst Klinikgeschäftsführer Johannes Richter die Situation zusammen. „Jetzt aber müssen wir der Realität ins Auge sehen und den Weg für ein zukunftsfähiges Versorgungsmodell bereiten.“

Medizinische Versorgung vor Ort

„Die Veränderungen in der Krankenhauslandschaft sind Tatsachen, mit denen wir umgehen müssen. Ziel ist es dennoch, eine wohnortnahe medizinische Versorgung für die Menschen am Standort in Bad Gandersheim sicherzustellen. Und genau darum arbeiten wir schon daran, die Rahmenbedingungen für die medizinische Versorgung vor Ort frühzeitig so zukunftsfähig auszurichten, dass sie den aktuellen Entwicklungen Rechnung trägt und unseren Bürgerinnen und Bürgern vor allem langfristig zur Verfügung steht“, erklärt Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.

Landkreis erarbeitet Lösungen

Der Landkreis Northeim arbeite schon seit Monaten mit dem Niedersächsischen Sozial- und Gesundheitsministerium sowie mit weiteren Akteuren an der Entwicklung möglicher medizinischer Versorgungskonzepte, die konzentriert im Gebäude der heutigen Klinik Bad Gandersheim angesiedelt werden sollen. „Ich möchte gegenüber den Beschäftigten am Standort in Bad Gandersheim und auch gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern noch einmal deutlich betonen, dass wir als Landkreis unseren Bürgerinnen und Bürgern langfristig eine wohnortnahe und bedarfsgerechte Patienten*innen-Versorgung, gemeinsam mit Projektpartnern aus der Region, in Bad Gandersheim anbieten wollen. Die neue Krankenhausplanung des Landes Niedersachsen ermöglicht es uns hier, neue Wege einzuschlagen. Wir haben die Möglichkeit eines der ersten Modelle eines neuen, zukunftsweisenden Versorgungskonzepts in unseren Landkreis zu bekommen und wollen diese Chance nutzen“, betont abschließend Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.

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