Blutspende im Selbstversuch: Hillerser Vampire retten Leben

Als Vampire verkleidet marschierten Sie am Rosenmontag gut gelaunt durch Höckelheim. Auf dem Bollerwagen die klare Aufschrift: Geht Blutspenden! Der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes in Hillerse meint es ernst. Tatsächlich war es noch nie so einfach, Leben zu retten. Ich war da, genau wie 54 andere an diesem Tag. Und so wars..

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Auf Promotour am Rosenmontag: Als Vampire verkleidet machen aktiven des DRK in Hillerse Werbung für die Blutspende

So gehts

Die eigentlichen Vampire sind Profis vom Blutspendedienst des DRK in Springe. Die Ortsvereine, wie in Hillerse, kümmern sich leidenschaftlich um das Drumherum: Location, Verpflegung, Spenderpflege.

Jeder Blutspender bekommt einen Blutspenderausweis. Der ledrige, gelbe Zettel enthält die wichtigsten persönlichen Informationen, die Blutgruppe und für jede absolvierte Spende einen Stempel mit Datum. Wer zum ersten Mal Blut spendet, muss zusätzlich einen kleinen Fragebogen ausfüllen. Der Ablauf jeder Blutspende ist anschließend immer gleich. Nach dem Check von Ausweis und Personalausweis, muss ein Fragebogen ausgefüllt werden: Auslandsaufenthalt, Erkrankungen und Sexualpartner (ja, genau.).

Anschließend gibt es einen Stich in den Finger. Überprüft wird der Hämoglobinwert, also die Konzentration der roten Blutkörperchen. Körpertemperatur in Ordnung? Ein Arzt kontrolliert am Ende Fragebogen, Blutdruck und Allgemeinzustand. Er gibt schließlich grünes Licht. Dann heißt es nur noch; warten auf eine freie Liege.

Auch hier wird noch einmal kontrolliert, dass auch wirklich der auf der Liege liegt, der sich am Anfang angemeldet hat. Anschließend wird ein Arm ausgesucht, aus dem das Blut abgenommen wird. Die Nadel sitzt meistens schnell und ohne Komplikationen – immerhin machen die Profis das zig-mal täglich.

Nun heißt es wieder: Warten. Bis zu zehn Minuten dauert es, bis die 500 Milliliter abgelassen sind. Anschließend die Frage. Pflaster oder Verband, eine kurze Ruheminute auf die Liege und ab zum Büfett.

Selbst gemacht

Es war mein zehntes Mal, dass ich zur Blutspende gegangen bin. Als Dank dafür gab es eine Tasse. Ich weiß also in etwa, was mich erwartet. Der Checkup vorher, die netten Gesichter, der freundliche Empfang, die Freude über die Spende – alles das motiviert zum Wiederkommen. Klar pickst es etwas mehr als bei einem Arztbesuch – die Nadel ist ein bisschen Dicker. Dafür dauert es aber auch nicht so lang. Wer zum ersten Mal Blut spendet, sollte auch auf seinen Körper achten.

 

Läuft: Für meine 10. Blutspende habe ich eine wundervolle Tasse geschenkt bekommen. Zum ersten Mal gespendet habe ich 2012

Nach der Spende wird der Kopf etwas leichter, eine kurze Pause ist also auf jeden Fall hilfreich. Dass der Ortsverein im Anschluss ein großes Büfett anbietet, dient nicht nur der Werbung. Vor und nach der Spende heißt es: Speicher wieder auffüllen. Also viel trinken und etwas leckeres Essen. Ich selbst habe noch nie für Geld gespendet, sondern immer für ein traditionelles Ortsvereins-Büfett. Viele Spender schwören außerdem auf eine regelmäßige Spende im Sinne der eigenen Gesundheit. Sucht man die richtigen Studien hierzu, wird das bestätigt, oder nicht.

Körper und Gewissen

Mit jeder Blutspende verliert der Körper nicht nur 500 Milliliter Flüssigkeit, sondern auch knapp 2.500 Kalorien. Viele Blutspender fühlen sich anschließend besser und gesünder (vielleicht auch einfach nur benebelt im Kopf). Die Belastung für den Körper ist spürbar, die Erleichterung und Regeneration für fühle aber auch wohltuend. Das Wissen darum, mit der Spende einem anderen Menschen das Leben gerettet zu haben, sorgt ebenfalls für ein Hochgefühl. Etwa 15.000 solcher Blutspenden werden täglich in Deutschland benötigt, um unter anderem medizinische Notfälle zu versorgen. Doch auch Patienten mit chronischen Erkrankungen oder Krebs sind auf die Blutreserven angewiesen. Trotzdem sind zuletzt wieder weniger Menschen in Deutschland zur Blutspende gegangen, gerade mal 92 von 1.000 Einwohnern.

Zwischen zwei Blutspenden muss ein Mindestabstand von 56 Tagen liegen. Frauen dürfen pro Jahr viermal, Männer sechsmal Blut spenden. Die 12 Monate beziehen sich dabei nicht auf das Kalenderjahr, sondern auf einen 12-monatigen Zeitraum ab der ersten von vier und sechs Spenden. Der nächste Termin in Hillerse ist der 20. Juli 2020. Wer schon vorher Blutspenden möchte, kann sich folgende Termine Merken

10. März 2020 Northeim
Stiemerling Senioren-Residenz
Sudheimer Straße 29a
14:40 Uhr Bis 18:30 Uhr

8. April Moringen
Stadthalle
Gartenstraße 1
15:30 Uhr bis 19:30 Uhr

https://steadyhq.com/de/northeim-jetzt

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