Mit einem eindrucksvollen Plädoyer für mehr wirtschaftliche Dynamik, weniger Bürokratie und gemeinsamen Gestaltungswillen hat die Kreis Sparkasse Northeim in der Stadthalle Northeim den traditionellen Neujahrsempfang der Stadtgesellschaft eröffnet. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Wissenschaft nutzten die Veranstaltung als wichtigen Jahresauftakt und als Forum für Austausch und Orientierung in herausfordernden Zeiten.

In ihrer Grundsatzrede zeichnete die Vorstandsvorsitzende Ute Assmann ein realistisches und zugleich zuversichtliches Bild der wirtschaftlichen Lage und benannte die zentrale Wachstumsbremse klar: die überbordende Bürokratie. Unternehmertum in Deutschland fühle sich mittlerweile an wie der Beipackzettel eines Medikaments. Man wolle lediglich ein Produkt herstellen oder eine Dienstleistung erbringen und stehe plötzlich vor einem Stapel an Pflichten, Formularen, Nachweisen, Dokumentationen und möglichen Sanktionen. Ein Handwerksmeister habe dies treffend zusammengefasst: „Ich habe keine Angst vor Arbeit. Ich habe Angst vor dem falschen Kreuzchen.“

Die Stadthalle wurde passend zum KSN Neujahrsempfang verwandelt.

Dabei stellte Assmann ausdrücklich klar, dass Bürokratie grundsätzlich wichtige Funktionen erfülle. Sie schaffe Rechtssicherheit, ermögliche fairen Wettbewerb und gewährleiste Schutz. Doch „das Problem ist nicht das Ziel, das Problem ist das Ausmaß, die Komplexität und die Geschwindigkeit mit der neue Pflichten entstehen“. Wo aus Ordnung Überforderung werde, entstehe Stillstand. Für den Mittelstand sei dies längst eine existenzielle Herausforderung.

Mit Blick auf die politische Verantwortung forderte Assmann konkrete Reformschritte. Regelungen müssten vom kleinsten Betrieb her gedacht werden. Verhältnismäßigkeit müsse ernst genommen werden. Gesetze müssten verständlicher und vor allem stabiler werden. Positiv bewertete sie die aktuelle Regierungsagenda zum Bürokratieabbau, machte jedoch deutlich, dass die bisherigen Schritte noch nicht ausreichten, um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Wirtschaft und Politik nutzen den Neujahrsempfang traditionell zum Netzwerken und Austauschen.

Gleichzeitig vermittelte die KSN Chefin Zuversicht für das laufende Jahr. Auch wirtschaftlich konnte die Kreis-Sparkasse Northeim auf ein ausgesprochen solides Geschäftsjahr zurückblicken. Das Betriebsergebnis vor Bewertung lag mit 1,33 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme erneut auf hohem Niveau. Damit behauptet die KSN weiterhin den Spitzenplatz in Südniedersachsen und belegt im Vergleich der niedersächsischen Sparkassen Rang fünf. Die Bilanzsumme wird nahezu unverändert bei rund 1,7 Milliarden Euro liegen. Im Kundengeschäft konnten die gesetzten Ziele in einem anspruchsvollen Umfeld überwiegend erreicht oder übertroffen werden. Besonders in der privaten Baufinanzierung wuchsen die Bestände um fast fünf Prozent beziehungsweise mehr als 17 Millionen Euro. Insgesamt schloss die Sparkasse im vergangenen Jahr neue Kreditvereinbarungen mit einem Volumen von über 370 Millionen Euro ab. Auch im Vermögensgeschäft setzte sich die positive Entwicklung fort.

KSN-Vorstand Ute Assmann macht ein ihrer Rede deutlich, dass die Wirtschaft bereit ist, das Land und die Region vorwärts zu – nun müsse die Politik die Voraussetzungen schaffen.

Darüber hinaus hob sie das ausgeprägte regionale Engagement der Sparkasse hervor. Mit umfangreichen Spenden, Sponsoringaktivitäten und drei Stiftungen leiste die KSN einen wichtigen Beitrag für Bildung, Kultur, Sport, Umwelt und nachhaltige Entwicklung. Auch der Wettbewerb „Verein des Jahres“ werde fortgesetzt und unterstreiche die enge Verbundenheit der Sparkasse mit dem Ehrenamt in der Region.

Zum Abschluss richtete Assmann den Blick nach vorn und formulierte den zentralen Anspruch des Abends: „Wir wollen nicht weniger Ordnung wir wollen einfach nur wieder arbeiten ohne vorher die Anleitung lesen zu müssen.“ Der Mittelstand müsse dort erfolgreich bleiben wo er immer stark gewesen sei: „in der Praxis in der Innovation und im Unternehmergeist“.

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