Der Rettungsdienst im Landkreis Northeim schlägt ein neues Kapitel auf: Schrittweise ersetzt er die bisher handschriftlich geführten Einsatzprotokolle durch eine moderne digitale Dokumentation auf Tablets. Bis Anfang 2026 soll die Umstellung vollständig abgeschlossen sein.

Effizient und fehlerfrei dokumentieren

Die neue Technik soll es möglich machen, Daten direkt und vollständig digital zu erfassen. Messwerte wie Blutdruck oder Sauerstoffsättigung werden per Bluetooth automatisch aus den medizinischen Geräten übertragen. Das System prüft zudem, ob Angaben fehlen, und sorgt so für eine präzise und lückenlose Dokumentation. Ergänzend können Patientenverfügungen, Medikamentenpläne oder sogar Einsatzfotos integriert werden. „Die Dokumentation bleibt eine wichtige Pflichtaufgabe. Mit den Tablets wird sie jedoch präziser, sicherer und langfristig besser nutzbar – sowohl für die Kliniken als auch für die Patientinnen und Patienten selbst“, erklärt Sören Heitmann, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Northeim.

Ein Protokoll für alle

Ein weiterer Vorteil: Künftig wird nur noch ein gemeinsames Protokoll pro Einsatz erstellt. Bisher musste jedes Fahrzeug eigene Formulare schreiben. Jetzt kann ein Bericht digital von einem Team an das nächste übergeben und nahtlos weitergeführt werden, beispielsweise wenn der Notarzt nach der Erstversorgung den Einsatz verlässt und der Rettungswagen den Transport übernimmt. Das spare Zeit und verhindere Brüche in der Dokumentation.

Bessere Zusammenarbeit mit den Kliniken

Auch für die Krankenhäuser soll die Digitalisierung Vorteile bringen. Kliniken mit Schnittstellen, etwa die Universitätsmedizin Göttingen, können die Einsatzberichte direkt digital abrufen. Andere Einrichtungen erhalten die Protokolle als Download, die problemlos in die elektronische Patientenakte übernommen werden können. Falls erforderlich, bleibt weiterhin ein Ausdruck vor Ort möglich.

Transparenz für die Patientinnen und Patienten

Nicht nur Ärztinnen und Kliniken solle davon profitieren: Auch die Patientinnen und Patienten selbst behalten den Überblick. Sie können über einen Downloadlink nachvollziehen, welche Maßnahmen ergriffen wurden und welche Befunde vorlagen. Der Link ist vier Wochen gültig und stellt sicher, dass auch Hausärzte oder weitere behandelnde Praxen Zugriff haben. Damit entsteht eine durchgängige medizinische Betreuung ohne Informationsverlust.

Starke Partner im Einsatz

Die Umstellung stemmen die Hilfsorganisationen Johanniter, Arbeiter-Samariter-Bund und Deutsches Rotes Kreuz gemeinsam im Auftrag des Landkreises. Schritt für Schritt stellen sie ihre Abläufe auf die digitale Dokumentation um – und bringen damit den Rettungsdienst im Landkreis Northeim auf den Stand moderner, vernetzter Notfallmedizin.

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